Greenpeace: Mini-Ölpest gegen Politik von OPEC und Ölmultis

Ölschlamm aus dem Tanker Prestige bei Aktion vor Hotel Intercontinental in Wien

Wien (OTS) - 30 Greenpeace-Aktivisten aus sechs Ländern konfrontieren heute Vormittag Ölscheichs, Energieminister und die anwesenden Konzernchefs der großen internationalen Ölkonzerne mit einer symbolischen globalen Ölpest. Sie übermalten bei der OPEC-Konferenz vor dem Wiener Hotel Intercontinental eine Erdkugel mit fünf Metern Durchmesser mit den Worten "Oil kills". Die Worte wurden von den Aktivisten mit Ölschlamm aus dem Tanker Prestige geschrieben, den Greenpeace vor zwei Jahren an den Stränden Galiziens gesammelt hatte. Die Erdkugel war flankiert von Aktivisten, die als Ölscheichs und Konzernchefs verkleidet waren. Die Aktivisten protestierten damit gegen die Politik der Ölindustrie und der Ölstaaten, die einen katastrophalen Weltklimawandel bewirkt, die Meere verschmutzt und Kriege wegen Öl auslöst.

"Die letzten Berechnungen zeigen, dass die Erdölvorräte für nur noch 41 Jahre reichen", warnt Greenpeace-Energieexperte Jurrien Westerhof. "Aber statt über einen möglichst raschen Umstieg auf Alternativen und erneuerbare Energieformen zu reden, wird dort nur darüber gesprochen wie man die globale Ölpest durch Verbrennungsmotoren, Öltankerunfälle und Verschmutzungen der Erde weiterführen kann, bis die letzte Quelle versiegt ist oder Öl zu teuer wird. Das alles geht auf Kosten des Klimas, der Umwelt und der nachfolgenden Generationen, die unsere heutige Kurzsichtigkeit büßen werden müssen", so Westerhof.

Der Klimawandel ist bereits jetzt nachweisbar: Weltweit stiegen im 20. Jahrhundert die Temperaturen um 0,6 Grad Celsius, in Österreich sogar um 1,8 Grad. Die Folgen sind Fluten, Megastürme, Dürren mit den katastrophalen Folgen für Mensch und Natur. Eine Greenpeace-Studie hat ergeben, das die Benutzung von nur einem Teil der verbleibenden Erdölvorräte bereits zu einem weiteren Temperaturanstieg von über 2 Grad führen wird, und laut UNO wird eine Fortsetzung des heutigen Ölkonsums zu einer Temperatursteigung von bis zu 5,8 Grad führen.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO starben bereits im Jahr 2000 150.000 Menschen als Folge des globalen Klimawandels. Diese Zahl wird sich bis 2030 verdoppeln. Aber auch Tausende von Zivilisten starben in den Kriegen im Nahen Osten im Kampf um die letzten großen Ölfelder. Statt der Sicherstellung angeblicher Massenvernichtungswaffen durch die US-Armee haben sich die US-amerikanischen Ölkonzerne im Irak die zweitgrößten Erdölvorkommen weltweit gesichert.

Bereits jetzt sind viele große Erdölfelder, wie zum Beispiel im britischen Teil der Nordsee, leer. Immer öfter müssen Ölfelder in tieferen Teilen des Meeres oder in der Arktis erschlossen werden. Dabei wird auch in sehr sensiblen Gebieten nach Öl gesucht, wie etwa in Alaska, oder vor der Küste der russischen Halbinsel Sachalin, wo die letzten Grauwale bedroht werden. "Je schwieriger die Ölförderung wird, desto teurer wird auch das Öl in den nächsten Jahrzehnten werden. Der Umstieg muss jetzt beginnen, nicht erst wenn die letzte Quelle versiegt ist", so Westerhof.

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MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0676-5147246
DI Jurrien Westerhof, Energieexperte Greenpeace, tel. 01-5454580-57 oder 0664-6126701

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