- 15.09.2004, 13:05:19
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AK OÖ: Hände weg von der Voest - Schluss mit der verhängnisvollen Verscherbelungspolitik!
Linz (OTS) - "Die ÖIAG darf ihren letzten noch verbliebenen
Einfluss in der voestalpine nicht aufgeben. Wir lehnen die Umwandlung
der Um-tauschanleihe über die restlichen 15 Prozent Anteile der ÖIAG
ent-schieden ab", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Nur durch
einen verantwortungsvollen, beständigen Kernaktionär kann der
Fortbestand des Gewinn bringenden Stahlproduzenten und seiner
Beschäftigten in Österreich langfristig gesichert werden.
Derzeit übt die Republik Österreich über die Beteiligungsholding
ÖIAG noch Einfluss über 15 Prozent des Aktienbestandes aus, die sich
als sogenannte Umtauschanleihe in den Händen ausländischer Fonds
befinden. Wird die Anleihe in Aktien "umgetauscht", verliert die ÖIAG
ihre Stimmrechte und das österreichische Paradeunternehmen
voestalpine jeglichen Schutz vor feindlichen Übernahmen und
anschließender Filetierung.
Nach Ansicht von Kalliauer bietet der so genannte österreichische
Aktionärskern aus einigen oberösterreichischen Banken nicht den
notwendigen längerfristigen Schutz. "Ich bezweifle, dass Banken
oder Versicherungen , die ihren Eigentümern verpflichtet sind, ihre
Anteile halten, wenn sie ein attraktives Angebot von einem
Interessenten erhalten." Die Mitarbeiterbeteiligung allein ist dann
kein ausreichender Schutz vor einer Filetierung mehr. Und auch das
Vorkaufsrecht des Landes wird wenig nützen, weil das Land das Geld
für einen Aufkauf der Anteile in so kurzer Zeit kaum aufbringen kann.
"Die ÖIAG muss deshalb ihren Anteil behalten und die Anleihe wieder
zurücknehmen", fordert Kalliauer.
Wie sich ein österreichischer Aktionärskern bei guten
Geschäftsaussichten verhält, hat man bei der VA-Tech gesehen. Um
Millionengewinne aus dem Verkauf seines Anteil zu schöpfen, hätte der
"Kernaktionär" Mirko Kovats eine feindliche Übernahme samt
Filetierung des Unternehmens, Auflösung der Unternehmenszentrale in
Linz und Abbau von Beschäftigten allemal in Kauf genommen. "Soviel
zum Thema Schutz durch österreichische Kernaktionäre", so Kalliauer.
"Über 23.000 in Österreich beschäftigte Voestler müssten
längerfristig wieder um ihren Arbeitsplatz bangen", warnt der
AK-Präsident. Für ein zusätzliches Körbergeld darf die Zukunft eines
für Österreichs Wirtschaft und Arbeitsplätze so bedeutenden
Unternehmens nicht aufs Spiel gesetzt werden. Die voestalpine ist
hochprofitabel, aber im internationalen Vergleich im Stahlsektor ein
eher kleines Unternehmen. Dadurch ist es für die großen Konkurrenten
nach wie vor ein sehr lukratives Schnäppchen.
OTS0164 2004-09-15/13:05
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