AK: Solvay-Schließung ist schwerer Schlag für strukturschwache Region

Linz (OTS) - "Betroffen einen Sozialplan zu versprechen ist zu wenig. Die Landesregierung muss den Menschen im Inneren Salzkammergut wieder eine Perspektive geben", betont AK-Präsident Kalliauer zur Ankündigung der Firma Solvay, zwei Drittel ihrer Mitarbeiter zu kündigen. Die Schließung der Soda-Produktion treffe eine ohnehin strukturschwache Region.

Die Firma Solvay hat heute überraschend das Ende der Sodaproduktion am Standort Ebensee angekündigt. Als Grund für diese Entscheidung führt der belgische Konzern die zu hohen Transport- und Energiekosten im Salzkammergut an. Rund 140 Mitarbeiter werden dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren.

"Diese Entscheidung trifft eine ohnehin wirtschaftlich benachteiligte Region", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Gerade im Inneren Salzkammergut ist die Arbeitslosigkeit heuer im Vergleich zum Vorjahr um fast 22 Prozent gestiegen. Auf eine offene Stelle kommen fünf Arbeitslose, ähnlich ist auch die Situation bei den Lehrstellensuchenden. Schon jetzt suchen 541 Menschen im Inneren Salzkammergut einen Arbeitsplatz."

Die Kündigung der Solvay-Mitarbeiter stelle für den gesamten Bezirk Gmunden - vor allem aber für das Innere Salzkammergut - eine regionalpolitische Katastrophe dar, so Kalliauer weiter. "Viele weitere Firmen und deren Beschäftigte werden diese Entscheidung von Solvay zu spüren bekommen - wenn nun ein wichtiger Abnehmer plötzlich nicht mehr da ist. Auch die lokalen Handels- und Gewerbebetriebe werden unter dem Kaufkraftverlust ihrer Kunden leiden", befürchtet Kalliauer.

"Die Landesregierung muss nun den Menschen im Salzkammergut unter die Arme greifen. Neben dem notwendigen Sozialplan für die unmittelbar Betroffenen muss der gesamten Region geholfen werden. Das geht nur, wenn dort Betriebe angesiedelt werden, die den Menschen sichere und auch gut bezahlte Arbeitsplätze geben", fordert AK-Präsident Kalliauer.

"Bei Solvay in Ebensee darf nicht dasselbe passieren wie vor einem Jahr bei Carrera in Traun. Dort wurde immer noch kein Nachfolgebetrieb für die geschlossene Brillenfertigung gefunden", so Kalliauer.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2187
norbert.ramp@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0002