Welt Alzheimer Tag 2004

Österreichische Alzheimer Liga sieht Priorität bei Früherkennung und Nutzung aller Therapiemöglichkeiten

Wien (OTS) - Wien, 14. September 2004. Die Zahl der Alzheimer-Erkrankten nimmt - auch durch die steigende Lebenserwartung - weiter zu. Die Österreichische Alzheimer Liga betont, dass auch für Demenz-Patienten ein Leben mit Qualität möglich sein kann und soll. Voraussetzungen sind frühzeitige Diagnose, gut ausgebildete Betreuer und der Einsatz aller zur Verfügung stehenden und erprobten Therapien.

Der neue österreichische Demenzkonsensus

Die Alzheimer Liga sieht es als ihre Aufgabe, die Aktivitäten der einzelnen Vereine zu koordinieren, insbesondere in den Bereichen Wissenschaft, wissenschaftliche Veranstaltungen und Publikationen sowie der Patienten- und Angehörigeninformation, Öffentlichkeitsarbeit, Sponsorenwerbung und Ansuchen um EU-Förderungsmittel.
Die Österreichische Alzheimer Liga hat mit der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft und den Angehörigen Alzheimer Austria im Frühjahr 2004 ein Konsensuspapier zum Thema "Alzheimer, Vaskuläre und andere Demenzformen" erstellt. "Dieses Papier stellt einen umfassenden Überblick zum aktuellsten Wissensstand zu Epidemiologie, Ursachen, Symptomen und Behandlungsmethoden dar", erklärt Prim. Dr. Marion Kalousek, Präsidentin der Alzheimer Liga beim Pressegespräch anlässlich des Welt Alzheimer Tages am 21. September. "Damit können wir besser einschätzen, was die einzelnen Therapien wirklich bringen."

Gute Therapiemöglichkeiten für Alzheimer

"Es gibt noch keine Heilung der Alzheimer Krankheit, aber wir wissen aus bestehenden Untersuchungen, dass vieles für die Lebensqualität der Patienten und ihrer Betreuungspersonen getan werden kann", betont Prof. Dr. Reinhold Schmidt, Präsident der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft. Die Möglichkeiten umfassen medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapien sowie die Bereitstellung entsprechender Betreuungs- und Versorgungsstrukturen. "Alle in der Betreuung von Alzheimer-Patienten involvierten Personen müssen verstehen, dass die Diagnosestellung die Basis für das weitere Vorgehen und den Einsatz entsprechender Therapien bildet", erklärt Prof. Schmidt. "Die Österreichische Alzheimer Liga sieht den Einsatz kognitiv wirksamer Medikamente wie Cholinesterasehemmer, die in den Stoffwechsel von Botenstoffen des Gehirns eingreifen, als eindeutig gerechtfertigt an. Der Krankheitsverlauf kann dadurch wesentlich verzögert und der Gesundheitszustand über längere Zeiträume stabilisiert werden."

Angehörige brauchen mehr Unterstützung und Anerkennung

Die meisten Demenz-Kranken werden zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt. Die Selbsthilfegruppe "Alzheimer Angehörige Austria" unterstützt die betroffenen Familien bei dieser schweren Aufgabe. Angeboten werden Information und Beratung, Hilfe beim Aufbau eines Helfernetzes, Aussprachemöglichkeiten und Erfahrungsaustausch sowie spezielle Trainingskurse. Oft kommen auch noch finanzielle Probleme dazu. "Die Dauerbetreuung zu Hause muss finanziell leistbar sein. Einsparungen im Gesundheits- und Sozialbereich dürfen nicht auf Kosten der Schwächsten, der alten und kranken Menschen, erfolgen", fordert Antonia Croy, Präsidentin von Alzheimer Angehörige Austria. "Die pflegenden Angehörigen sind die wichtigste Stütze im Betreuungssystem, ihre Pflegebereitschaft muss daher massiv unterstützt werden."

Innovative Konzepte für die Betreuung Alzheimer-Kranker

"Um den Demenz-Kranken mehr Lebensqualität zu sichern, müssen die Pflege- und Qualitätsstandards sowie Aus-, Fort- und Weiterbildungskonzepte neu überdacht und verändert werden", verlangt Felicitas Zehetner, Obfrau des Vereins MAS (Morbus Alzheimer Syndrom). Eine einzigartige Fortbildungsmöglichkeit bietet die "Alzheimer Akademie", die heuer zum ersten Mal im Rahmen des 2. Internationalen Kongresses für Interdisziplinäre Gerontologie vom 16.-19. September in Bad Ischl stattfindet.

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