"Weltjournal" im ORF: Auf Spurensuche nach dem Kopf des Terrors

Wien (OTS) - Das "Weltjournal" am Mittwoch, dem 15. September
2004, um 22.30 Uhr in ORF 2 - präsentiert von Annette Scheiner -widmet sich u. a. dem jordanischen Terroristen Al Zarqawi, auf dessen Kopf 25 Millionen Dollar ausgesetzt sind.

Irak: Der Kopf des Terrors

Im Irak hat die amerikanische Armee eine neue Offensive gestartet. Im Visier der schweren Luft- und Artillerieangriffe ist die 50 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Stadt Falludscha. Dort vermuten die Amerikaner mehrere Terroristenverstecke von Gruppen, die der El Kaida nahe stehen sollen. Die Angriffe richteten sich besonders gegen das Netzwerk des jordanischen Terroristen Al Zarqawi. Seine Gruppe steht hinter vielen Terroranschlägen im Irak. Den Amerikaner Nicolas Berg, der im Irak für den Wiederaufbau gearbeitet hat, soll Zarqawi vor laufender Videokamera eigenhändig enthauptet haben. In Falludscha soll der Topterrorist mittlerweile alle Fäden ziehen. Auf seinen Kopf sind 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Ein holländisches Kamerateam hat sich auf Spurensuche begeben, nach Jordanien, wo Zarqawi geboren ist.

Russland: Putin schlägt zurück

Der Schock über die blutige Geiselnahme von Beslan sowie die Attentate auf zwei Flugzeuge und die Moskauer U-Bahn sitzt bei vielen Russen noch immer tief. In Putins Reich herrscht eine Art Kriegsstimmung. Der Präsident antwortet mit Kriegsszenarien, lässt seinen Generalstabschef Präventivschläge gegen den Terror in sämtlichen Regionen der Erde ankündigen, weitet seinen Einfluss bei der Ernennung der Gouverneure in Russlands Teilrepubliken aus und verstärkt wieder einmal den Druck auf die eigenen Medien. Wer kritisch berichtet, wird entlassen. Diesmal hat es den Chefredakteur der landesweit gelesenen "Iswestija" getroffen, die als Erste berichtet hatte, dass nicht 300, sondern mehr als 1.000 Geiseln in der Schule von Beslan gefangen gehalten wurden. Doch die Mehrheit der Russen steht trotz des Debakels in Beslan hinter ihrem Präsidenten, der einen Zusammenhang zwischen seiner Tschetschenien-Politik und dem Terror im eigenen Land nach wie vor nicht diskutiert haben will. Susanne Scholl berichtet aus Moskau.

Deutschland: Der Siegeszug der PDS

Die Partei des Demokratischen Sozialismus, kurz PDS, erlebt eine Renaissance. Die Nachfolger der ehemaligen Einheitspartei SED fahren in Ostdeutschland bei jeder Wahl mehr Stimmen ein, ihr Wählerpotenzial liegt in manchen Regionen mittlerweile bei 30 Prozent. Die drastischen Reformen des Sozialstaates durch die rot-grüne Bundesregierung, die die vielen Arbeitslosen in den neuen Bundesländern besonders hart trifft, haben zu einem Wiederaufleben der Montagsdemonstrationen geführt. Diese Proteststimmung nutzt die PDS mit populistischen Methoden für sich, sie hat bei den bevorstehenden Wahlen in Brandenburg sogar Chancen auf den Sieg. Hartmut Fiedler porträtiert eine Partei zwischen DDR-Nostalgie und linker Protestbewegung.

Mongolei: Nomaden in Bedrängnis

Der Zerfall der Sowjetunion hat in dem jahrzehntelang isolierten zentralasiatischen Land massive Veränderungen ausgelöst. Nach 70 Jahren Einheitspartei gab es plötzlich Raum für eine Demokratiebewegung, in die die Mongolen großen Hoffnungen gesetzt haben. Die damit einhergehenden Wirtschaftsreformen haben aber nicht gegriffen. Die Mongolei - 17 Mal größer als Österreich und reich an Bodenschätzen - kann ohne ausländische Hilfe heute nicht überleben. Dramatisch hat sich der Veränderungsprozess auf die Hirtennomaden ausgewirkt, die einen wesentlichen Anteil der 2,5 Millionen Einwohner ausmachen und verstärkt in die Hauptstadt Ulan Bator flüchten, weil sie es nicht mehr schaffen, mit ihren Tieren in der Steppe zu überleben. Eine Reportage von Marion Mayer-Hohdahl.

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