Prammer präsentiert Frauenstudie 2004: Das wollen junge Frauen

"Vereinbarkeit von Beruf und Familie lebbar machen" - Pensionen: Prammer fordert Korrekturen

Wien (SK) Junge Frauen wollen berufstätig sein, sie haben
Sorgen über die soziale Absicherung in der Zukunft und sie sehen zu wenig Maßnahmen für die Gleichstellung - das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie des Sozialforschungsinstituts SORA, die im Auftrag der SPÖ-Frauen die Bedürfnisse junger Frauen zwischen 18 und 40 Jahren abgefragt hat. 1.000 junge Frauen aus allen Bundesländern wurden dazu im Mai 2004 befragt, wobei es zwischen den Ergebnissen der Bundesländer keine signifikanten Unterschiede gibt, wie SPÖ-Frauenvorsitzende und Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer bei der Präsentation am Dienstag betonte. Aus den Ergebnissen leitet Prammer eine Forderung ab: "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss lebbar gemacht werden", etwa durch mehr und bessere Kinderbetreuungseinrichtungen. Kritik übte Prammer neuerlich an der geplanten Pensionsharmonisierung, bei der die Frauen zu den Verliererinnen gehören werden. ****

Ruth Picker, Leiterin des Studienprojekts bei SORA, präsentierte die wichtigsten Ergebnisse: So sei das Ergebnis beim Fragekomplex zur Berufstätigkeit klar: "Die berufstätigen jungen Frauen arbeiten gerne. Berufstätigkeit wird nicht als notwendiges Übel gesehen." Das bestätigen 84 Prozent, 75 Prozent schätzen dabei auch die finanzielle Unabhängigkeit. 66 Prozent halten Arbeit für "unverzichtbar für ein erfülltes Leben". Nur 15 Prozent sagen, sie würden lieber nicht arbeiten, brauchen aber das Geld. Die mehrheitlich positive Einstellung zur Berufstätigkeit steht allerdings im Gegensatz zur Lebensrealität, wie sie Frauen vorfinden:
So beurteilen zwar 96 Prozent der Frauen unter 40 die Forderung nach "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" als "sehr wichtig" bzw. "wichtig", 32 Prozent geben aber an, dass sie weniger verdienen als männliche Kollegen. Und nur 24 Prozent der Befragten sind mit ihrem Einkommen zufrieden, mit der eigenen sozialen Absicherung nur 28 Prozent.

Eine "resignative oder nüchterne" Haltung ortet Pirker bei den Zukunftsperspektiven der jungen Frauen: 39 Prozent glauben, dass es "wenig wahrscheinlich" bzw. "völlig unwahrscheinlich ist", dass sie sich in Zukunft eine gute Gesundheitsversorgung leisten können, 59 Prozent sind skeptisch, was Aufstiegschancen betrifft, 63 Prozent beim gleichen Lohn für gleiche Arbeit und sogar 68 Prozent halten es für unwahrscheinlich, dass sie einmal eine sichere Pension haben werden. In diesen Zahlen sei die aktuelle Debatte seit dem Sommer noch gar nicht einberechnet. Kritisch sind die jungen Frauen schließlich bei der Bewertung von Maßnahmen der Regierung: Nur beim Recht auf Teilzeit erhoffen sie sich Verbesserungen für Frauen, bei der Pensions- und der Steuerreform erwarten sie Verschlechterungen. Und 54 Prozent meinen, dass die Bundesregierung zuwenig für die Interessen der Frauen tut.

Für SPÖ-Frauenvorsitzende Prammer sind die Ergebnisse der Studie eindeutig: "Junge Frauen wollen Eigenständigkeit, wollen die Berufstätigkeit, wollen die Vereinbarkeit. Wer immer das hinterfragt, ist nicht im Zeitgeist." Gerade in den letzten Jahren sei aber viel zu wenig und oft das falsche getan worden, um den jungen Frauen bessere Möglichkeiten zu eröffnen. Die politische Forderung ist für Prammer klar: "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss lebbar gemacht werden." Deshalb dürfe das Thema Kinderbetreuungseinrichtungen nicht nur eines der Kommunen sein, sondern auch eines der Bundesregierung. Weiters müsse es auch das Recht auf Rückkehr auf einen Vollzeitarbeitsplatz geben. "Denn wenn Frauen lange in Teilzeitarbeit bleiben, sind sie die absoluten Verliererinnen der Pensionsreform", da die Bundesregierung in der Pensionsreform keine bessere Bewertung von Teilzeitarbeit vorgesehen hat - die SPÖ in ihrem Konzept allerdings schon, so Prammer.

Generell ist es für Prammer "absolut nicht akzeptabel, dass die Frauen und vor allem die jungen Frauen zu den Verliererinnen der Pensionsreform gehören sollen". Die vorgesehene bessere Bewertung von Kindererziehungszeiten sei zwar positiv, nicht aber "wenn die lebenslange Durchrechnung all dies auffrisst". Diese bessere Bewertung von Betreuungszeiten sollte ein Mittel zu gerechteren Pensionen sein, aber nicht "um die lebenslange Durchrechnung etwa erträglicher zu machen". Der Bundesregierung will Prammer die Ergebnisse der Frauenstudie ins Stammbuch schreiben, und Frauenministerin Rauch-Kallat forderte Prammer abschließend auf, "nicht alles schönzureden, sondern zumindest den Finger in die Wunde zu legen"; sie wolle die Ministerin "ermutigen, im Begutachtungsverfahren zur Pensionsreform Korrekturen anzubringen". (Schluss) ah

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