Rübenbauern wollen in Biosprit-Erzeugung einsteigen

Unterstützung für Prölls Biosprit-Verordnung - Für Einstieg Rahmenbedingungen notwendig

Wien (AIZ) - "Die Rübenbauern", die Verbände der rund 9.600 österreichischen Zuckerrübenanbauer, haben in jüngsten Beschlüssen der Österreichischen Zuckerrübenverwertungsgenossenschaft ÖZVG (hält die direkte Beteiligung der Rübenbauern am Zuckerindustrieunternehmen AGRANA) und des größten Landesverbandes, Rübenbauernbund NÖ-Wien, ihren Willen zum Ausdruck gebracht, ohne zusätzliche finanzielle Belastung ihrer Mitglieder in die Erzeugung von Bioalkohol in Österreich einsteigen zu wollen, wenn die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Die Rübenbauern begrüßen den Verordnungsentwurf von Bundesminister Josef Pröll zur Umsetzung der EU-Biokraftstoff-Richtlinie. Demnach sollen in Österreich bis zum Jahr 2008 Fahrzeug-Benzin und Diesel 5,75% biogene Kraftstoffe wie Bioalkohol beigemischt werden. "Wir unterstützen die Errichtung einer Biospritanlage in Österreich, da dadurch die Möglichkeit geschaffen wird, heimische agrarische Rohstoffe einer zusätzlichen Verwertung zuzuführen", so Rübenbauern-Präsident Hermann Schultes.

Den Rübenbauern droht nämlich durch ein laufendes WTO-Panel gegen den Export außerhalb der EU-Zuckerquoten erzeugten Zuckers und den möglichen Ausgang der laufenden Doha-Entwicklungsrunde in der Welthandelsorganisation WTO sowie durch zunehmende Zuckerimporte als Folge internationaler Handelsverpflichtungen der EU in der derzeit diskutierten Reform der EU-Zuckermarktordnung eine empfindliche Einschränkung ihres Produktionsrahmens im Ausmaß von mindestens 16% des derzeitigen Anbauumfanges. Daher suchen die Rübenbauern nun nach alternativen Verwertungsformen für ihr Produkt Zuckerrübe. Es geht dabei darum, den betriebswirtschaftlich und ökologisch notwendigen Anteil von Zuckerrübe in der Fruchtfolge der Betriebe zu erhalten.

Beteiligung bei entsprechenden Rahmenbedingungen - keine Belastung der Rübenbauern

Die Rübenbauern können sich konkret vorstellen, sich an der Errichtung einer Biospritanlage zu beteiligen. Dies würde, so Schultes, nach ersten bekannten Kalkulationen der Errichtungskosten auch nicht mit zusätzlichen finanziellen Belastungen der Rübenbauern verbunden sein. Voraussetzung sei weiters, dass mit der Verordnung zur Biokraftstoff-Richtlinie verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine derartige Investition rechtfertigen.

Auch AGRANA denkt an Einstieg in Biosprit

Bekanntlich hat AGRANA erst im August dieses Jahres anklingen lassen, unter den auch von den Rübenbauern geforderten Voraussetzungen wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und bei entsprechendem Mengenbedarf an den Einstieg in die Biospriterzeugung zu denken. Im Verordnungsentwurf Prölls ist von 157.000 t (1,884 Mio. hl oder 188.400 m3) Bioalkohol im Jahr 2008 die Rede. Das hieße umgelegt auf die Rohstoffe 250.000 t Zucker oder 400.000 t Getreide. Die Investitionskosten schätzt AGRANA auf eine Größenordnung von EUR 100 Mio. Auch die deutsche Südzucker AG, mit der die AGRANA kapitalmäßig verschränkt ist, baut derzeit eine Bioethanol-Anlage mit einer Kapazität von 216.667 t (2,6 Mio. hl oder 260.000 m3). (Schluss)

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