Tumpel: Politik für mehr Beschäftigung muss Vorrang haben

Der wiedergewählte Präsident der Bundesarbeitskammer fordert von der Regierung dringende Reparaturen bei der Harmonisierung

Wien (OTS) - "Eine Politik für mehr Beschäftigung in Österreich, für mehr Arbeitsplätze", forderte Herbert Tumpel, der heute mit großer Mehrheit wiedergewählte Präsident Bundesarbeitskammer in seiner Rede vor der konstituierenden Hauptversammlung. "Es geht natürlich und in erster Linie um das konkrete Schicksal hunderttausender Frauen und Männer, die Arbeit suchen", sagt Tumpel, "mehr Beschäftigung ist aber auch der zentrale Schlüssel für die Finanzierung des Gesundheitssystems." Für den Präsidenten der Bundesarbeitskammer reicht es dabei nicht, "wenn bloß irgendwelche Jobs geschaffen werden". Er fordert, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Wahlmöglichkeit haben müssen, ob sie Teilzeit oder Vollzeit arbeiten wollen. Rasche Maßnahmen verlangt Tumpel von Regierung und Wirtschaft, damit alle Jungen die best mögliche Ausbildung bekommen können. "17.000 Mädchen und Burschen finden keine Lehrstelle im Betrieb und die Lage wird sich in den nächsten Jahren noch verschlimmern - das ist absolut inakzeptabel", sagt der AK Präsident. Neben dem Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen, damit Beruf und Familie wirklich vereinbar sind, fordert Tumpel von der Regierung dringende Reparaturen bei ihren Plänen zur Pensionsharmonisierung:
"Wenn die Regierung die Frauen ganz massiv benachteiligt, wenn sie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer benachteiligt, die lange und schwer gearbeitet haben, wegen Arbeitslosigkeit oder längerer Krankheit aber nicht auf 45 Beitragsjahre kommen, wenn der Vertrauensschutz nur für bestimmte Berufsgruppen gelten soll, dann entspricht das nicht meinem Verständnis Fairness." ****

Heuer werden 800.000 Männer und Frauen, jede vierte Arbeitnehmerin, jeder vierte Arbeitnehmer mindestens einmal arbeitslos sein. "Es ist zu wenig, wenn bloß der dramatische Anstieg der Arbeitslosigkeit gestoppt wird", sagt Tumpel, "und es bringt auch nichts, wenn Österreich in irgendwelchen internationalen Statistiken gut liegt - die einzig gültige Dimension ist das Los der Frauen und Männer, die arbeiten wollen, aber keine Arbeit finden." Für den AK Präsidenten muss daher eine Politik für mehr Beschäftigung Vorrang haben. Dazu zählt Tumpel Maßnahmen für die Ausbildung der Jungen, für die Weiterbildung und mehr Chancengleichheit für Frauen und mehr Kinderbetreuungsplätze. "Wenn sich die Regierung mit den Besten messen will, dann soll sie sich ein Beispiel an Schweden, Norwegen oder Finnland nehmen", sagt Tumpel, "dort gibt es genug Kinderbetreuungsplätze und dort ist auch die Beschäftigungsquote deutlich höher."

Für die nächste Funktionsperiode in der Bundesarbeitskammer kündigt Tumpel einen weitere Anpassung der AK Serviceleistungen durch die Fortsetzung von AK Plus an. "Mit dem Programm AK Plus bieten wir unseren Mitgliedern etwa in der Weiterbildung mehr und neue Leistungen", sagt Tumpel, "wir wissen - unsere Mitglieder brauchen uns mehr denn je und wir werden auch in den nächsten Jahren auf ihrer Seite stehen."

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