Damianisch: Gedämpfte Erwartungen an Industriekonjunktur

Trotz Produktionsplus keine steigende Erträge und Gewinne

Wien (OTS) - Mit einer eher "nüchternen" Betrachtung der Industriekonjunktur meldete sich heute, Dienstag, der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie der Wirtschaftskammer Österreich, Wolfgang Damianisch, zu Wort. Das von Statistik Austria ausgewiesene Produktionswachstum der Industrie von 6 % in den ersten fünf Monaten 2004 im Vorjahresvergleich wird von einer Reihe von Faktoren gedämpft und ist nominell. "Unter Einbeziehung der aktuellen Inflation von 2,1 % (Juli 2004) und den massiven Preissteigerungen von Vormaterial, insbesondere bei Stahl und Edelmetallen, ist eine steigende Produktion kein Garant für steigende Erträge und Gewinne", so Damianisch.

Konkret zeigt sich im 2. Quartal 2004 für die heimische Industrie eine Fortsetzung des Produktionswachstums in Höhe des Vorquartals. Mit belebenden Auswirkungen auf die Industriebeschäftigten rechnet Damianisch aber noch nicht. Nach einem Abbau der Beschäftigten im 1. Quartal 2004 wird auch im 2. Quartal ein Minus von 0,8 bis 1 % erwartet.

Die konjunkturelle Entwicklung in den 21 Industriefachverbänden ist dabei sehr unterschiedlich: Während 7 Fachverbände - Bergbau & Stahl, Holz, Lederverarbeitung, NE-Metall, Maschinen- und Stahlbau, Fahrzeuge sowie Metallwaren - ihren Produktionswert im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode überdurchschnittlich steigern konnten, lag der Produktionswert der restlichen Fachverbände unter dem Industriedurchschnitt. Die Fachverbände Chemie, Bauindustrie, Nahrungs- und Genussmittel sowie Elektro- und Elektronikindustrie wiesen im Betrachtungszeitraum Produktionsrückgänge auf.

Die jeweils für das kommende Quartal im Voraus eingeschätzten Entwicklungen der Industriefachverbände betreffend die Merkmale "Produktion" sowie "Auftragseingänge" zeigen durchaus Optimismus:
Bei der Produktion zeigt der Saldo 9 der Fachverbandseinschätzungen "steigend" minus "fallend" eine weitere Fortsetzung des im 4. Quartal 2003 eingesetzten Aufwärtstrends und auch bei den Auftragseingängen macht sich mit dem Saldo 10 seit dem 2. Quartal 2003 eine von Quartal zu Quartal jeweils ansteigende Tendenz bemerkbar. Bei der Einschätzung der zu erwartenden Beschäftigtenanzahl überwiegt bei den Branchen ein "Halten" des Letztstands.

Zur aktuellen Diskussion in der Umwelt- und Energiepolitik betonte Damianisch, dass hier mit "Augenmaß und Vorsicht" vorzugehen sei. Überzogene CO2-Reduktionsziele seien kontraproduktiv, schädigten die industrielle Standortpolitik und gefährdeten Arbeitsplätze. Das selbe gelte für den Lösungsansatz im Ökostrombereich. "Die Industrie tritt dafür ein, den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtmix zu erhöhen. Allerdings muss dies nach eindeutigen Effizienzkriterien geschehen", betonte der IndustrieGeschäftsführer. Es dürfe nicht so sein, dass die Erzeugung nachhaltiger Energie zu jeglichen Kosten erfolgen kann. Abnahmezwang und garantierte Netzpreise hätten zur Folge, dass Haushalte und Industrie die Zechen zahlen.

Zur Gewährleistung einer ökonomisch sinnvollen Ökostromförderung fordert die Industrie weiters eine wirksame Gesamtbudgetbegrenzung, die Senkung und degressive Gestaltung der Einspeistarife, einen betrieblichen Kostendeckel der Belastungen für energieintensive Industrie und vor allem auch eine Beteiligung der Länder an der Aufbringung der fehlenden Mittel. Durch die Novelle muss auch die Ungleichbehandlung und rechtswidrige Diskriminierung der industriellen Eigenanlagen beseitigt werden, hält Damianisch abschließend fest. (us)

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