Lapp: Gesellschaftliche Verantwortung für Pflege außer Streit stellen

VHS Simmering beschreitet neue Wege in der Gesundheitsausbildung

Wien (SK) Neue Bildungsangebote für Gesundheit und Pflege präsentierte SPÖ-Behindertensprecherin Christine Lapp am Dienstag in einer Pressekonferenz. Das Hauptaugenmerk müsse dabei auf Wahlfreiheit, Entscheidungsfreiheit und Qualitätssicherheit gelegt werden. Nach Ansicht der SPÖ-Behindertensprecherin ist die gesamtgesellschaftliche "Pflege- und Betreuungsverantwortung" außer Streit zu stellen. Weiters sei eine bestmögliche Koordination zwischen mobilen Diensten, Angehörigen und KlientInnen notwendig. Überdies müssten pflegende und betreuende Angehörige finanziell und sozialrechtlich abgesichert sein, bei Pflege, Kurzfristunterbringung und Tagesbetreuung müsse Unterstützung angeboten werden. Außerdem soll es Schulungsangebote und Coaching-Angebote für betreuende Angehörige geben. ****

Damit die Bedürfnisse der Bevölkerung auch im Alter erkannt und abgedeckt werden, müsse die Politik Rahmenbedingungen schaffen, so Lapp. Derzeit seien ältere Menschen nur partiell im Blickpunkt der Wirtschaft. Dieser größer werdenden Gruppe müsse aber ein Angebot gemacht werden, am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können, betonte die SPÖ-Behindertensprecherin. Ältere Menschen seien nicht nur langwierige und komplizierte Pflegefälle, sondern repräsentieren eine große Bandbreite an Fähigkeiten, Erfahrung und Wissen. "Dieses Wissen darf in einer Gesellschaft nicht weggelegt werden", unterstrich Lapp.

Zur Zeit beziehen 341.000 Menschen Pflegegeld, das sind vier Prozent der Bevölkerung, erläuterte die SPÖ-Behindertensprecherin. Unter die Gruppe der PflegegeldbezieherInnen fallen ein Viertel der über 65-jährigen und die Hälfte der über 80-jährigen Menschen. 80 Prozent der PflegegeldbezieherInnen werden von Verwandten und Angehörigen betreut, wobei überwiegend Frauen die Arbeit erledigen und hier Hervorragendes leisten, hielt Lapp fest. Unabdingbare Ergänzungen müssten dabei finanzielle Absicherung, pflegerisches Know-how und kurzfristige Unterbringungsmöglichkeiten für Zeiten, wo die Pflege nicht im Familienverband erledigt werden kann, sein.

Neue Wege schlägt die Volkshochschule Simmering mit ihrem "Bildungszentrum für Gesundheit und Pflege" ein, wie deren Planungsverantwortlicher Walter Schuster in der Pressekonferenz erläuterte. Im Rahmen dieses Bildungszentrums wird Top-Fortbildung für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich sowie für betreuende Angehörige durchgeführt. Wurde bisher der Schwerpunkt auf den Fortbildungsbereich gelegt, so gibt es nun erstmalig auch Ausbildungsangebote, informierte Schuster. So startet ab November die neue Ausbildung zur/zum HeilhelferIn. In vier Monaten kann auch berufsbegeleitend die Heimhilfeausbildung nach dem Wiener Heimhilfegesetz absolviert werden.

Das Bildungszentrum für Gesundheit und Pflege sei auch unter einem anderen Gesichtspunkt eine Bereicherung für die Gesundheits-und Pflegelandschaft, so Schuster. Bei der Etablierung des Bildungszentrums sei es besonders wichtig, dass sämtliche Aus- und Weiterbildungsangebote zwar in enger Kooperation mit etablierten Trägereinrichtungen erstellt werden, die Seminare und Vorträge aber trägerübergreifend, also Beschäftigten der unterschiedlichsten Einrichtungen offen stehen. "Der Erfahrungsaustausch und die Möglichkeit einer Vernetzung mit Kollegen aus anderen Einrichtungen erscheint uns sehr wesentlich und wird auch von den TeilnehmerInnen sehr positiv erlebt", berichtete Schuster.

Einen weiteren Schwerpunkt im Rahmen der Gesundheitsausbildung setzt die VHS Simmering mit der Ausbildung zur/zum Gesundheitsbeauftragten im Kindergarten und Hort. Mit dieser zweisemestrigen Zusatzqualifikation, die auch von der Bereichsleitung für Sozial- und Gesundheitsplanung sowie Finanzmanagement der Stadt Wien unterstützt wird, erwerben KindergärtnerInnen, HorterzieherInnen und KindergruppenbetreuerInnen umfassende Kompetenzen in Gesundheitsfragen und können so den beruflichen Alltag leichter und (selbst)sicherer bewältigen. Auch beim Standardkursprogramm der VHS Simmering wurde der Gesundheits- und Gymnastikbereich noch weiter ausgebaut. Mit neuen Gesundheits- und Bewegungskursen wird verstärkt auch bei Männern das Gesundheitsbewusstsein geweckt. "Mit neuen Kursen und dem gezielten Einsatz männlicher Kursleiter wollen wir den Beweis antreten, dass Männer sehr wohl auch gesundheitsbewusst denken und bereit sind, entsprechende Kurse zu besuchen", so Schuster abschließend. (Schluss) ps

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