Niederwieser zu OECD-Bildungsstudie: Rigide Kürzungen der Regierung in Zahlen noch nicht enthalten

Wien (SK) Die zum Teil durchaus positiven Ergebnisse der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" für den Bereich Schule stellten keine Leistungsbilanz von Bildungsministerin Gehrer dar, sondern seien noch auf die sozialdemokratische Bildungspolitik zurückzuführen, betonte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Tatsache sei, dass sich die Zahlen der Studie auf das Schuljahr 2001/2002 beziehen - "die von den Ministern Gehrer und Grasser verantworteten Einsparungen im Bildungsbudget, die Stundenkürzungen, die Lehrerpostenstreichungen und die Lehrer-Frühpensionierungswelle sind daher in der Studie noch nicht berücksichtigt, wirken sich aber heute fatal auf unser Bildungssystem aus und werden die nächsten Studien anders aussehen lassen", so Niederwieser. Schlechter würden Österreichs Universitäten in der Studie abschneiden, was daran liege, dass die Kürzungen aus 2001/2002 in der Studie bereits berücksichtigt sind. ****

"Ministerin Gehrer sollte sich daher eventuelles Jubeln verkneifen, denn das Abschneiden von Österreichs Schulen in der Studie ist das Ergebnis von 30 Jahren sozialdemokratischer Bildungspolitik, das völlig zu zerstören nicht einmal diese Regierung bisher zustande gebracht hat", so Niederwieser, der weiters kritisierte, dass Gehrer in den letzten Jahren immer dem Druck von Finanzminister Grasser nachgegeben habe und sich in der Bildungspolitik nicht durchsetzen konnte.

Der SPÖ-Bildungssprecher machte aber auch darauf aufmerksam, dass sich im internationalen Vergleich zeige, dass Österreichs Universitäten deutlich unterfinanziert sind; diese hätten im Verhältnis zu den Unis in den OECD-Ländern ein um ein Drittel geringeres Budget zur Verfügung. Dieser Umstand sei auf die drastischen Kürzungen bei den Unis aus den Jahren 2001/2002 zurückzuführen und damit - im Gegensatz zu den Kürzungen im Schulbereich, die 2003/2004 stattgefunden haben - in der aktuellen OECD-Studie bereits berücksichtigt. Bedauerlich sei auch, dass, wie die Studie zeigt, Österreichs JunglehrerInnen unter dem Schnitt bezahlt werden und es große Unterschiede in der Bezahlung zwischen den einzelnen Schultypen gibt.

Niederwieser wies weiters darauf hin, dass in vielen Vergleichsstudien Österreichs unterdurchschnittlicher Anteil an Ganztagsschulen bemängelt wird. Nachdem die SPÖ eine Offensive für Ganztagsschulen gestartet hat, habe sich auch die Bildungsministerin diesem Thema nicht ganz verschließen können, "wenn sie aus ideologischen Gründen auch die reinen Betreuungsmodelle vorzieht". Grassers Behauptung, dass man keine Lehrer mehr brauche, stehe daher ganz im Gegensatz zu dieser Auffassung. "Wenn wir in punkto ganztägig geführter Schulen den Stand der in diesem Bereich führenden Länder erreichen wollen, brauchen wir nicht Tausende Pädagogen weniger, sondern benötigen an pädagogischem Personal 4.000 bis 5.000 mehr", so Niederwieser abschließend. (Schluss) cs

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