Internationale Historiker der Arbeiterbewegung tagen in Linz: Podiumsdiskussion "Zukunft des Sozialstaats" am 17. September

Linz (OTS) - Die Internationale Tagung der Historiker der Arbeiterbewegung (ITH) veranstaltet auch heuer gemeinsam mit der Arbeiterkammer eine Konferenz in Linz. Diesmal wird sich die ITH mit der Entwicklung der sozialen Sicherungssysteme befassen. Im Rahmen der Konferenz findet am Freitag, dem 17. September, um 20 Uhr im Festsaal der AK in Linz die hochaktuelle Podiumsdiskussion "Zukunft des Sozialstaats: Rückkehr ins 19. Jahrhundert?" statt. Alle Interessierten sind dazu eingeladen.

Die ITH ist eine weltweite Dachorganisation von Einrichtungen, die die Geschichte der Arbeiterbewegung und anderer sozialer Bewegungen erforschen. Alljährlich veranstaltet die ITH eine Konferenz in Linz. Seit 2001 werden diese "Linzer Konferenzen" gemeinsam mit der Arbeiterkammer Oberösterreich durchgeführt.

Die Konferenzen sind Fachtagungen zu historischen und politischen Themen. Heuer findet von 16. bis 19. September im AK-Bildungshaus Jägermayrhof die 40. Jahreskonferenz der ITH statt - und zwar unter dem Titel "Gnade oder Recht?" zur Entwicklung der sozialen Sicherungssysteme. Die Referentinnen und Referenten kommen aus Österreich, Deutschland, Schweden, Finnland, Ungarn, Albanien, Südafrika, Indien, China, Kanada und Argentinien. Anliegen der Konferenz ist es, in die aktuelle Debatte um die Zukunft des Sozialstaats eine historische Dimension einzubringen.

Die Beiträge aus Deutschland und Österreich beschäftigen sich vor allem damit, unter welchen gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen soziale Sicherungssysteme eingeführt wurden. Dabei zeigt sich, dass dies meist nicht in Zeiten der Hochkonjunktur, sondern der Krise geschah. Die Finanzierbarkeit war immer eine primär politische Frage und weniger eine ökonomische.

Anknüpfungspunkt der Podiumsdiskussion "Zukunft des Sozialstaats:
Rückkehr ins 19. Jahrhundert?" ist die Frage "Wer soll das bezahlen?". Der breiten Öffentlichkeit wird die Auffassung vermittelt, der Wirtschaftsstandort könne ebenso wie der Sozialstaat nur durch einen "Rückbau" des letzteren gesichert werden. Die Wissenschafter der ITH sehen dies als fatalen Irrweg an.

Die Diskussionsteilnehmer am Podium: Harald Steindl ist Rechtspolitik-Experte der Wirtschaftskammer

Österreich. Er hat zu zahlreichen Fragen der ökonomischen und sozialen Entwicklung publiziert.

Sascha Liebermann ist Philosoph und Psychoanalytiker. An der Universität Dortmund erforscht er die "Krise der Arbeitsgesellschaft".

Josef Wöss ist Sozialpolitik-Experte der Arbeiterkammer Wien. Einer seiner Schwerpunkte sind die Pensionsmodelle.

Brigitte Pellar ist Leiterin des Instituts für Gewerkschafts- und AK-Geschichte der Arbeiterkammer Wien. Unter ihrer Verantwortung wurde das Konzept für die heurige ITH-Konferenz erarbeitet.

Peter Huemer ist Journalist und Historiker. Von 1969 bis 2002 war er ORF-Mitarbeiter. Er moderiert die Diskussion.

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