"Neues Volksblatt" Kommentar: "Steine" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 14. September 2004

Linz (OTS) - =

"Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten
Stein", heißt es in der Bibel. Was dort dazu führt, dass niemand einen Stein ergreift. In der Causa Bischof Krenn und Priesterseminar St. Pölten scheint genau das Gegenteil des biblischen Vorbilds der Fall zu sein. Da fliegen die Steine mehr oder minder öffentlich kreuz und quer.
Krenn-Freunde und Krenn-Gegner schenken einander nichts. Öffentliche Anschuldigungen - deren eidesstattliche Rücknahme - die Rücknahme der Rücknahme, wegen angeblicher Nö-
tigung - und schließlich gerichtliche Schritte. So sehen die "christlichen Steine" aus. Wobei jeder hofft, den ersten und größten Stein werfen zu können. Oder "zufällig" genau jetzt die Enthüllung eines angeblichen Sex-Skandals exakt in jener Diözese, aus der der St. Pöltner Visitator kommt. Treffer!
Für die Öffentlichkeit mag diese "Stein-Schlacht" ein interessantes Schauspiel sein. Man sieht auch beim alpenländischen Watschentanz amüsiert zu. Für die Kirche und die Beteiligten ist es ein Armutszeugnis. Wobei Rom durch seine beschämende "Informationspolitik" einen gewichtigen Anteil hat.

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