Internationales Vertragsstaatentreffen zum Schutz der Großtrappe in Illmitz

Lebensministerium fördert Trappenschutzflächen

Wien (OTS) - Vom 14. bis 18. September 2004 findet im Nationalpark-Informationszentrum Illmitz das erste Internationale Vertragsstaatentreffen und das internationale Expertentreffen zum Schutz der Großtrappe statt. Im Rahmen des Expertentreffens werden die wichtigsten Fragen des Trappenschutzes im internationalen Kreis von über 70 Trappenexperten aus ganz Europa im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel diskutiert. Dies teilte das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft in einer Aussendung heute mit:****

Ein wesentliches Ziel dieser Expertenrunde ist die Abstimmung der grenzüberschreitenden Schutzmaßnahmen und die Festlegung der künftigen Strategien, um das Überleben der weltweit gefährdeten Großtrappe - des schwersten flugfähigen Vogels Europas - zu sichern.

Im Anschluss an das Expertentreffen findet ebenfalls im Nationalpark - Informationszentrum Illmitz das erste Internationale Vertragsstaatentreffen zum Schutz der Großtrappe statt. Es handelt sich dabei um das erste Treffen der Vertragsstaaten des "Memorandum of Understanding zum Schutz und Management der mitteleuropäischen Population der Großtrappe" im Rahmen der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten. Zu dieser offiziellen Konferenz haben sich Vertreter von 16 europäischen Staaten angesagt.

"Zu den wichtigsten Aufgaben dieser Konferenz zählen neben dem Informationsaustausch vor allem die Weiterentwicklung und Umsetzung des Memorandum of Understanding durch nationale Arbeitsprogramme und Aktionspläne", erklärte Umweltminister Josef Pröll anlässlich der Konferenz und verwies gleichzeitig auf die Situation der Großtrappe in Österreich:

1940 gab es in Österreich noch ca. 800 Trappen, 1995 waren es etwa 60 Tiere. Aufgrund der in den letzten Jahren intensivierten Schutzmaßnahmen die vom Lebensministerium gemeinsam mit den Ländern Niederösterreich und Burgenland finanziert werden stieg die Zahl der in Österreich lebenden Trappen wieder auf knapp 150 Tiere an. Die wichtigsten österreichischen Trappengebiete liegen im Burgengland im Bereich Parndorfer Platte/Heideboden sowie im Hansag (NP Neusiedlersee-Seewinkel) und in Niederösterreich im Marchfeld und im westlichen Weinviertel. Die österreichischen Trappen sind Teil der grenzüberschreitenden österreichisch-ungarisch-slowakisch-tschechischen Population die rund 260 Trappen umfasst.

Entscheidend für die Trappe ist der geeignete Lebensraum. In Niederösterreich und im Burgenland wurden für die Großtrappe großflächige Schutzgebiete (Natura 2000 - Vogelschutzgebiete) ausgewiesen. Im Rahmen der Agrarförderung ÖPUL 2000 wurden insbesondere in diesen Schutzgebieten ca. 5.500 ha Trappenschutzflächen angelegt. Auch im intensiv genutzten Marchfeld wurden bereits rund 270 ha für den Trappenschutz zur Verfügung gestellt, so Pröll.

"Die in den letzten Jahren erzielten Erfolge des Trappenschutzes beruhen sowohl in Niederösterreich als auch im Burgenland auf der guten Kommunikation mit den Landwirten, Jägern und regionalen Politikern durch die eine hohe Akzeptanz des Großtrappenschutzes erreicht wurde", betonte der Umweltminister abschließend.

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