Schulterschluss der österreichischen IKT-Industrie: Ausbau und Nutzung von Breitband muss dramatisch erhöht werden

Neu gegründete "ARGE Breitband Austria" will rasch Breitbandstrategie und Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft erarbeiten

Wien (OTS) - Elf der größten Industrieunternehmen der österreichischen Informations- und Kommunikationstechnologiebranche (IKT) haben sich zur "ARGE Breitband Austria" zusammengeschlossen. Die auf Initiative von Telekom Austria-Vorstand Rudolf Fischer gegründete Plattform repräsentiert mit einem Umsatzvolumen von 8,5 Mrd Euro fast zwei Drittel des 13,4 Mrd Euro schweren österreichischen IKT-Marktes und beschäftigt 36.000 Mitarbeiter. Damit trägt die IKT-Branche über sechs Prozent zum österreichischen BIP bei. Grund der Zusammenarbeit ist die Notwendigkeit einer rascheren Umsetzung der digitalen Informationsgesellschaft in Österreich, die nach Überzeugung der ARGE-Partner nur auf Basis einer noch umfassenderen Breitbandstrategie der Bundesregierung erfolgen kann. "Zahlreiche Indikatoren zeigen derzeit, dass Österreich im internationalen Vergleich ins Hintertreffen geraten ist", meint Fischer, "daher wird die ARGE Breitband Austria nach Vorbild von Ländern wie Großbritannien oder Finnland Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft als Grundlage für einen IKT-Masterplan ausarbeiten".

Breitband ist Schlüssel für Wirtschaftsentwicklung

Die Vereinten Nationen und die Europäische Kommission messen der raschen Verwirklichung der wissensbasierten Informationsgesellschaft seit längerem höchste Bedeutung zu, um zum einen Wirtschaftsentwicklung und Arbeitsplätze zu forcieren und zum anderen soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit voranzutreiben. Der Einsatz von Breitband entfaltet einen hohen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Wirkungszusammenhang. Aktuelle Studien zeigen immer deutlicher auf, welche enormen Effekte vor allem Breitband auf die volkswirtschaftliche Entwicklung hat. Die Schlüsselaufgabe einer jeden Volkswirtschaft lautet daher, auf Basis von Breitband-Internet "Wissen produktiv zu machen". Bei der Verbesserung wettbewerbskritischer Standortfaktoren wie Qualifikation der Arbeitskräfte, Infrastrukturversorgung insbesondere des ländlichen Raumes oder technologischer Fortschritt auf Basis von Forschung und Entwicklung ist Breitband mittlerweile zum zentralen Treiber geworden. Dies gilt auch für den Zuwachs an Produktivität, den Experten für Österreich zukünftig mit 25 bis 30% einschätzen.

Österreich liegt bei IKT-Entwicklung zurück

Österreich liegt im Bereich eGovernment dank intensiver Initiativen der Bundesregierung im europäischen Spitzenfeld. Bei zahlreichen anderen Indikatoren ist im internationalen Vergleich jedoch ein deutlicher Rückfall festzustellen. So nimmt Österreich beispielsweise bei den jährlichen IKT-Ausgaben pro Einwohner mit 1.600 Euro nur eine unterdurchschnittliche Position ein. Die Schweizer geben 2.800,- Euro, die Schweden 2.300,- Euro und die
USA 2.400,-Euro aus (Quelle: EITO, 2002). Zudem gestaltete sich das heimische Breitbandwachstum mit 37% im Jahr 2003 bei weitem nicht so dynamisch wie etwa in Schweden mit 74% oder UK mit 120%. Besorgniserregend ist darüber hinaus der Rückfall in der generellen Wettbewerbsfähigkeit. 2003 wurde Österreich im Ranking des World Economic Forum an die 17. Stelle zurückgereiht, im Teilbereich Technologie gar nur auf den 27. Platz!

Unterschätzte Gefährdung von Wirtschaft Gesellschaft: Digital Divide

Die ARGE Breitband Austria sieht eine wesentliche Aufgabe in der Bekämpfung des Digital Divide. Zwar beträgt der generelle Breitbandausbau in Österreich rund 80%, dennoch muss das Ziel einer flächendeckenden Anschlussmöglichkeit vor allem in geographisch benachteiligten Gebieten so rasch wie möglich erreicht werden. Zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe sind von diesem geographischen Digital Divide betroffen und erleiden daher eklatante Wettbewerbsnachteile. So gibt es beispielsweise wegen der fehlenden regionalen Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen Hotel- und Gastronomiebetriebe, die an keinerlei elektronischen Buchungssystemen teilnehmen können. Die Politik darf sich in diesem Bereich nicht auf die üblichen Marktmechanismen verlassen, sondern muss durch strategisch und zeitlich abgestimmte Maßnahmenpläne die IKT-Infrastruktur sicherstellen. Die bisherigen Förderangebote von Bund und Ländern reichen jedenfalls bei weitem nicht aus.

Weiters sind große Digital Divides auf sozialer Ebene zwischen Individuen festzustellen. Unterschiedliche soziale, ökonomische und demographische Voraussetzungen haben Einfluss auf den Besitz und das Nutzungsverhalten von Internet und Breitband. Dementsprechend lassen sich soziale Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern, Altersgruppen sowie Menschen mit und ohne Behinderung feststellen. Auch hier ist die Politik dringend gefordert, auf Basis einer IKT-Strategie korrigierend einzugreifen.

Die Ziele der ARGE Breitband Austria

Die ARGE Breitband Austria möchte durch die Erarbeitung von konkreten Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft sicherstellen, dass Österreich innerhalb der nächsten Jahre eine Top-3 Position in Europa bezüglich Ausbau und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie einnimmt. Der Breitbandanschluss soll für die Wirtschaft und Bürger Österreich so selbstverständlich sein wie die Strom- oder Wasserversorgung. Als Meilensteine auf dem Weg dorthin erachtet es die ARGE Breitband Austria als notwendig, dass 60 Prozent der Haushalte bis 2006 und 75 Prozent der Haushalte bis 2008 einen Breitbandanschluss tatsächlich nutzen.

Einzelne Arbeitsgruppen der ARGE Breitband Austria arbeiten bereits an praktischen Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft, die bis zum Jahresende vorliegen werden. Auf dieser Basis wird ein intensiver Dialog mit den relevanten politischen Entscheidungsträgern angestrebt und die Erarbeitung eines österreichischen IKT-Masterplans bis 2010 angeregt.

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