BESUCH EINER PARLAMENTARIERDELEGATION AUS LITAUEN Litauen will Handel und Kulturkooperation mit Österreich ausbauen

Wien (PK) - Eine litauische Parlamentarierdelegation besuchte
heute Vormittag - erstmals seit dem Beitritt Litauens zur EU -
das Hohe Haus in Wien und besprach mit österreichischen Abgeordnetenkollegen in einer zweistündigen Unterredung die Erfahrungen beider Länder mit EU-Beitritt und EU-Erweiterung
sowie die Möglichkeiten für den weiteren Ausbau der
beiderseitigen Beziehungen in Wirtschaft und Kultur. Abgeordneter Caspar Einem begrüßte die litauischen Kollegen sehr herzlich, die Abgeordneten Marianne Hagenhofer (S), Carina Felzmann und Franz Xaver Böhm (beide V) diskutierten an seiner Seite mit den Gästen aus dem Baltikum.

Litauen stehe zwar vor Parlamentswahlen, die am 10. Oktober stattfinden werden, in der Europapolitik des Landes sei aber, ungeachtet des Ausgangs der Wahlen, mit Kontinuität zu rechnen, sagten die Abgeordneten und zeigten sich interessiert an den aktuellen österreichischen Erfahrungen mit dem Beitritt seiner östlichen Nachbarländer zur Europäischen Union. - "Österreich und insbesondere Wien haben wirtschaftlich von der EU-Erweiterung
sehr profitiert", sagte Abgeordnete Felzmann und Abgeordneter
Einem ergänzte: "Das Beitrittsdatum 1. Mai 2004 ist nur der
Beginn für ein neues Stadium zur weiteren Vertiefung der sehr
guten wirtschaftlichen und politischen Beziehungen Österreich zu den Nachbarländern". Diese Beziehungen haben sich laut Einem
schon in den letzten 10 Jahren sehr dynamisch entwickelt.

Für Litauen hatten die heimischen Mandatare viel Anerkennung
parat. Litauen erfülle bereits heute die Maastricht-Kriterien und sei der größte Handelspartner Österreichs im Baltikum, lobten etwa die Abgeordneten Hagenhofer und Böhm.

Ihr Land habe sich das Ziel gesetzt, bald ein EU-Nettozahler zu werden, sagten die litauischen Mandatare und meinten, man sei am besten Weg dorthin, auch wenn das BIP - Litauen hat etwa die
Hälfte der österreichischen Bevölkerung - erst 10 % des österreichischen Werts ausmache. Litauen will den Handel mit Österreich weiter intensivieren und das in Verhandlung stehende Doppelbesteuerungsabkommen bald unterzeichnen. Auch der Ausbau
der Zusammenarbeit in den Bereichen Tourismus und Kultur stehe
auf der Wunschliste Litauens. An dieser Stelle hakte Abgeordnete Felzmann ein und machte darauf aufmerksam, wie wichtig
Österreichs Kulturgüter und ihre Erhaltung für das Tourismusland Österreich sind. Sie hob auch die Bedeutung einer hochwertigen Ausbildung in den Tourismusberufen hervor und wies auf die Bereitschaft zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Tourismusausbildung hin. Abgeordneter Einem reagierte positiv auf den Vorschlag der Litauer, die Zusammenarbeit in der Musikerausbildung und bei der Organisation von Festivals
auszubauen. Gute Erfahrungen habe Österreich mit der Vermittlungsstelle gemacht, die eingerichtet wurde, um
Unternehmen den Zugang zu EU-Programmen und -projekten und damit
zu Förderungsmitteln zu erleichtern, sagte Einem auf eine diesbezügliche Frage der litauischen Mandatare.

Beim Thema Kernkraftwerk Ignalina stellten die Gäste klar, dass Litauen seine gegenüber der EU eingegangene Verpflichtung
einhalten und Block 1 des AKW im Jahr 2005 schließen werde. Hinsichtlich der Schließung von Block 2 erinnerten die Gäste daran, dass diesbezüglich nicht nur Verpflichtungen Litauens, sondern auch finanzielle Zusagen der EU bestehen, die bis 2006 geklärt werden müssten. Zur energiepolitischen Zukunft Litauens und zur Zukunft der (AKW-)Stadt Ignalina werden in Litauen unterschiedliche Vorschläge diskutiert, erfuhren die heimischen Abgeordneten von ihren Gästen aus dem Baltikum. Es gehe um eine sichere Energieversorgung, zugleich aber auch um die Sicherheit
der Bevölkerung. (Schluss)

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