ÖAMTC: Heurige Ferien-Unfallbilanz fällt nur mäßig aus

Erfreulich ist lediglich Rückgang bei Zahl der Verkehrstoten an den Wochenenden

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Die Zahl der Verkehrstoten wird im heurigen Sommer kaum unter jener des Vorjahres liegen", zieht ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek auf Basis der wöchentlichen Unfallstatistiken des Innenministeriums eine erste Bilanz. Insgesamt zehn Wochen lagen zwischen Ferienbeginn in Ostösterreich mit Zeugnistag am 2. Juli und Ferienende in West- und Südösterreich, heute, Montag. Nach den vorläufigen Zahlen starben in diesem Zeitraum 198 Menschen auf Österreichs Straßen. "Lediglich bei der Zahl der Verkehrstoten an den Wochenenden hat es einen merkbaren Rückgang von knapp 20 Prozent gegeben", so Michalek. "Dramatisch ist allerdings die Zunahme bei der Zahl der getöteten Fußgänger um 58 Prozent."

Im Vorjahr gab es bei der vorläufigen Zahl der Getöteten im Beobachtungszeitraum eine Steigerung um ein Drittel auf die endgültigen Zahlen der Statistik Austria (von 196 auf 262 Personen). ÖAMTC-Verkehrstechniker Michalek hat die vorliegenden Zahlen analysiert:

Einen Anstieg gab es bei der Zahl der getöteten Pkw-Insassen. 105 Autoinsassen starben nach vorläufigen Zahlen in den Ferienwochen auf Österreichs Straßen, das sind um 5 Prozent mehr als die vorläufigen Zahlen des Vorjahres ausgewiesen haben.

"Bei den Motorradfahrern fällt die Bilanz im Vergleich zu den Horrorzahlen des Vorjahres günstiger aus. Da die heurigen Sommer-Wochenenden großteils verregnet waren, hätte man sich aber ein noch besseres Ergebnis erwartet", sagt Michalek. "38 Biker kamen nach den vorläufigen Zahlen des Innenministeriums ums Leben, das sind um zehn Prozent weniger als im Vorjahr."

Ein 44-jähriger Oberösterreicher aus Traun ist nur einer von 19 getöteten Fußgängern im Sommer 2004. Er wurde am 13. Juli vom Wagen eines alkoholisierten Pkw-Lenkers erfasst, als er auf einem Schutzweg die Straße überqueren wollte. "Die Steigerung bei der Zahl der getöteten Fußgänger ist bedrohlich. Hier besteht dringender Handlungsbedarf", sagt Michalek. In einem Projekt will der ÖAMTC nun die Ausstattung von Schutzwegen auf ihre Wirksamkeit testen.

Die traurigen Spitzen bei den wöchentlichen Unfallbilanzen lagen in der zweiten und dritten Augustwoche mit jeweils 25 Verkehrstoten. In diese Zeit fällt unter anderem das tragische Busunglück von Hallein mit fünf getöteten Buspassagieren.

Eine Bundesländer-Übersicht über die im Sommer 2004 bei Verkehrsunfällen getötete Personen:

Burgenland: 14 Verkehrstote
Kärnten: 9 Verkehrstote
Niederösterreich: 76 Verkehrstote
Oberösterreich: 22 Verkehrstote
Salzburg: 23 Verkehrstote
Steiermark: 26 Verkehrstote
Tirol: 13 Verkehrstote
Vorarlberg: 10 Verkehrstote
Wien: 5 Verkehrstote

Drei Forderungen für mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen

"Bis zum Sommer war die Unfallbilanz im Vergleich zum Vorjahr recht gut", resümiert Michalek. "Über den Sommer ist aber keine Verbesserung eingetreten. Damit die erhoffte Getötetenzahl von 900 Personen in der heurigen Jahresbilanz wirklich erreicht werden kann, müssen mehrere Komponenten zusammenspielen."

* Verstärkte Kontrolltätigkeit der Exekutive: Überhöhte Geschwindigkeit, knapper Abstand und Trunkenheit am Steuer gelten nach wie vor als Hauptunfallursachen.

* Sichere Gestaltung der Straßen: Es bedarf eines zügigen Lückenschlusses im hochrangigen Straßennetz und dem raschen Vollausbau von Abschnitten mit sogenannten "Sparquerschnitten" durch Errichtung von Mittelleitschienen und Pannenstreifen. Flächendeckende Sicherheitsinspektionen (Road Safety Inspection) des gesamten Verkehrsnetzes zur Beseitigung von Sicherheitsmängeln auf der Straße wie beispielsweise zu enge Kurvenradien. Sanierung von Unfallhäufungsstellen, übersichtliche Gestaltung von Kreuzungsbereichen und Schutz schwacher Verkehrsteilnehmer durch ausreichende Straßenbeleuchtung sowie sichere Querungsmöglichkeiten.

* Partnerschaftliches Miteinander im Straßenverkehr: Eine nachhaltige Reduktion des Unfallgeschehens kann nur erreicht werden, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer der Gefahren des Straßenverkehrs bewusst sind und auch entsprechend handeln. Defensive Fahrweise und kollegiales Miteinander im Straßenverkehr minimieren das Risiko eines Verkehrsunfalls.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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