Tumpel: "Lehrstellenkrise lösen, nicht zuschauen"

Keine Bewegung auf dem Lehrstellenmarkt - noch immer fast 17.000 Jugendliche ohne Lehrstelle im Betrieb

Wien (OTS) - Fast 17.000 Jugendliche haben noch immer keine Lehrstelle im Betrieb - genau so viele wie vor einem Monat, ergeben AK Berechnungen auf Grund der AMS-Zahlen. "Auf dem Lehrstellenmarkt bewegt sich nichts", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel, "da darf die Regierung nicht länger zuschauen." Er fordert, dass das Auffangnetz zur Jugendausbildung sofort von 7.800 auf 9.000 Plätze aufgestockt wird. Außerdem verlangt Tumpel dauerhafte Lösungen für die Lehrstellenkrise: Das Auffangnetz muss fix eingerichtet werden, im Auffangnetz müssen die Jugendlichen ein Recht auf den Lehrabschluss haben. Dazu sollen überbetriebliche Ausbildungseinrichtungen für Zukunftsberufe geschaffen werden. Von der Wirtschaft will Tumpel einen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Unternehmen.

Derzeit haben genau 16.879 Jugendliche keine Lehrstelle im Betrieb - nur um 102 weniger als Anfang August. Von den 16.879 Jugendlichen ohne Lehrstelle im Betrieb sind laut Arbeitsmarktservice 3.229 in laufenden Auffangnetz-Lehrgängen und 4.754 in kurzfristigen Schulungen, die nicht zum Auffangnetz gehören und auch nicht auf eine nachfolgende Ausbildung angerechnet werden. 8.896 brauchen sofort eine Lehrstelle. Für alle zusammen bietet die Wirtschaft quer durch Österreich nur 2.926 offene Lehrstellen. "Da ist es zu wenig, wenn es 7.800 Plätze im Auffangnetz geben soll", kritisiert Tumpel: "Ich verlange 9.000 Plätze im Auffangnetz. Der Wirtschaftsminister muss dafür sorgen, dass das Geld dafür da ist."

Für Tumpel sind ausreichend Auffangplätze zur Jugendausbildung "nur der erste Schritt, damit endlich wieder alle eine Lehre machen können, die das wollen". Statt lediglich 10-monatiger Lehrgänge soll es ein Recht auf Abschluss der Auffangausbildung geben (derzeit kann die Ausbildung verlängert werden, muss aber nicht). Tumpel verlangt überbetriebliche Einrichtungen, in denen in Zukunftsberufen wie EDV-Technik ausgebildet wird und in denen alle von vorherein einen Abschluss machen können.

Von der Wirschaft will Tumpel einen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Unternehmen. Mit den Mitteln sollen Betriebe prämiert werden, die Lehrlinge für die gesamte Wirtschaft ausbilden.

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