Landessuperindentent Neumann gegen Gottesbegriff in Verfassung

"Brauchen Gott nicht auf dem Papier, sondern bei Menschen in Not" - Amtseinführung des neuen reformierten Landessuperintendenten in Dornbirn

Dornbirn (epd Ö) - Gegen die Aufnahme des Gottesbegriffs in die Verfassung hat sich der neue reformierte Landessuperintendent Mag. Wolfram Neumann ausgesprochen. "Wir brauchen Gott nicht auf dem Papier, sondern bei den Menschen in den Slums, in Flüchtlingslagern oder bei jenen, die bei uns in die Armutsfalle geraten", sagte Neumann in der Predigt bei seiner Amtseinführung am Sonntag, 12. September, in Dornbirn. Gemeinsam mit Oberkirchenrätin Helene Horvath und den Oberkirchenräten Pfarrer Mag. Thomas Hennefeld und DI Klaus Heussler wurde Neumann durch die Vorsitzende der Synode H.B., Fachinspektorin Evelyn Martin, in sein neues Leitungsamt eingeführt. Jesu Doppelgebot der Liebe ist für Neumann "der Schlüssel zur Lebensgestaltung". Eine fragende Kirche ist Neumann lieber als eine "antwortende, besserwissende". Bescheidenheit und Vorsicht seien angebracht, wenn sich Christen im Namen Gottes äußern. Wegweiser sei die biblische Offenbarung. Lebendig mache der Geist und nicht der Buchstabe, bekräftigte Neumann.
"Mit welcher Rechtfertigung verabschiedet sich die Politik von ihrer Verantwortung für die Gesellschaft und überlässt sie der Wirtschaft und Hochfinanz?", fragte der Landessuperintendent. Eine noch so freie Marktwirtschaft kenne keine Ethik, "sie kann sie nicht einmal buch-stabieren". Politik und Gesellschaft verhielten sich oft "zögerlich und halbherzig" angesichts der Ungerechtigkeiten in der Welt. Der Dauereinsatz der Kirchen und anderer Organisationen, um das Elend zu mildern, könne hier nur "ein Tropfen auf den heißen Stein sein". Kirche habe zu oft mit Macht jongliert und mit den "Mächtigen gepackelt". Dieser vergangenen und gegenwärtigen Gefahr muss sich die Kirche ständig bewusst sein, "sonst verdient sie kein Vertrauen". An der Amtseinführung haben zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Ökumene teilgenommen, darunter Landeshauptmann Dr. Herbert Sausgruber, der evangelisch-lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm und der römisch-katholische Diözesanbischof DDr. Klaus Küng.

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