VEÖ: Österreichs Stromversorgung langfristig sichern - dringender Handlungsbedarf

Sehr gute Versorgungszuverlässigkeit im europäischen Vergleich

Wien (OTS) - "Die nach wie vor sehr gute
Versorgungszuverlässigkeit in Österreich ist das Ergebnis der umsichtigen Vorsorge und Planung durch die österreichische E-Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten", kommentierte Ulrike Baumgartner-Gabitzer, Generalsekretärin des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), die soeben veröffentlichte Ausfalls- und Störungsstatistik 2003.

Die Dauer der Stromunterbrechungen pro Kunden/Jahr lag laut e-control im Jahr 2003 bei 51,22 Minuten (2002: 42,63 Minuten). "Damit liegen wir im europäischen Vergleich im absoluten Spitzenfeld der Länder mit der geringsten Unterbrechungsdauer", so Baumgartner-Gabitzer. "Diese hohe Versorgungszuverlässigkeit ist für den Wirtschaftsstandort Österreich und seine weitere Entwicklung von essentieller Bedeutung ist. Eine qualitativ hochwertige Strominfrastruktur ist das Rückgrat jedes Standorts."

Rechtzeitig für die Zukunft vorsorgen

Man dürfe sich aber nicht der gefährlichen Illusion hingeben, dass dieser positive Zustand bereits für alle Zukunft gesichert sei:
"Wir leben sowohl bei der Erzeugung als auch bei der Verteilung bereits von den Reserven der Vergangenheit. In Teilbereichen kann die österreichische Stromversorgung nur mehr mit zusätzlichen Vorkehrungen aufrechterhalten werden", betonte die VEÖ-Generalsekretärin.

Daher muss es das vordringliche Ziel sein, rechtzeitig - das heißt, unter Berücksichtigung der langen Planungs-, Genehmigungs- und Errichtungszeiträume für Anlagen der Strominfrastruktur eigentlich schon gestern - mit der langfristigen Absicherung der österreichischen Stromversorgung zu beginnen.

Kapazitätsbedarf bis 2010: 3.000 MW

Experten der E-Wirtschaft schätzen, dass unter der Annahme eines weiteren Verbrauchswachstums wie im Schnitt der letzten zehn Jahre (+ 2,2 Prozent per anno), der geplanten Außerbetriebnahme von Kraftwerken sowie der Konsequenzen aus der Umsetzung von EU-Richtlinien auf die inländische Stromproduktion ein zusätzlicher Kapazitätsbedarf von rund 3.000 MW bis 2010 besteht.

E-Wirtschaft braucht entsprechende Rahmenbedingungen

Auch die Verteilnetze müssen den steigenden Anforderungen angepasst, gewartet und ausgebaut, bestehende Lücken im Höchstspannungsnetz raschestmöglich geschlossen werden.
"Dazu braucht die heimische E-Wirtschaft entsprechende Rahmenbedingungen wie Planungs-, Finanzierungs- und Investitionssicherheit. Strompreise und Netztarife müssen noch der wirtschaftlichen Realität entsprechen", erläuterte Baumgartner-Gabitzer. "Eine so hochwertige und sichere Stromversorgung wie die österreichische kann nicht einfach beliebig billiger werden."

Die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen drängt bereits:
"Wenn man bedenkt, dass es - je nach Kraftwerkstyp und -größe - fünf bis zehn Jahre dauert, bis eine Anlage ans Netz geht, und auch eine den zukünftigen Anforderungen entsprechende Netzinfrastruktur keinesfalls von heute auf morgen geschaffen werden kann, haben wir bereits akuten Handlungsbedarf", unterstrich Baumgartner-Gabitzer.

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Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ)
Birgit Fischer-Drapela, Leiterin Kommunikation
Tel. 01/ 501 98-240

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