ÖAMTC bilanziert im Sommer-Reiseverkehr 2004 um 14 Prozent weniger Staus als im Vorjahr

Club-Experten führen gebremste Reiselust auf Schlechtwetter-Phasen zurück

Wien (ÖAMTC-Presse) - Mit Schulbeginn nun auch in West- und Süd-Österreich ist die Sommer-Reisesaison 2004 vorbei. Für viele, die mit dem Auto unterwegs waren, haben die Ferien geendet, wie sie begonnen haben: Mit Staus. Ein Blick auf die Verkehrsstatistiken der ÖAMTC-Informationszentrale zeigt: Auch wenn die Stauberater des Clubs alle Hände voll zu tun hatten, ganz so schlimm wie im Vorjahr war es heuer nicht. An elf Ferienwochenenden wurden 386 Staus mit 1,5 Kilometern Länge registriert. Im Vorjahr waren es mit 449 erfassten Staus deutlich weniger. Zentraler Grund dafür dürfte das heuer im Vergleich zum Rekordsommer 2003 wesentlich schlechtere Wetter gewesen sein.

"Das Verkehrsaufkommen an den typischen Reisewochenenden war etwas geringer als im Vorjahr, dafür wurde häufiger ein Wochentag für die Hin- und Rückreise gewählt", erklärt Christian Dachs, Sprecher der ÖAMTC-Informationszentrale, die Zahlen aus der Stau-Statistik. "Viele Urlauber haben sich offensichtlich an den Wetterprognosen orientiert. Sie haben ihren Urlaub entweder vorzeitig abgebrochen oder sind kurzfristig in der Hoffnung auf schönes Wetter gestartet." So gab es beispielsweise an den üblicherweise verkehrsstärksten Reisetagen, dem ersten Samstag nach Ferienbeginn in West- und Süd-Österreich (10. Juli) sowie dem zweiten Samstag nach Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg (7. August) um rund ein Viertel weniger Staus als an den vergleichbaren Tagen des Sommers 2003 (5. Juli und 2. August 2003).

"Ausreißer" in der ÖAMTC-Statistik und damit staureichster Tag der Saison 2004 war der erste Samstag nach Schulschluss in Bayern und Baden-Württemberg (31. Juli). Die Meteorologen hatten für die darauf folgende Woche heißes und trockenes Wetter prognostiziert. Das Resultat war ein Rekord von 70 Kilometern Verkehrsstillstand auf den Autobahnen am frühen Nachmittag. Der Stau vor dem Tauerntunnel reichte 26 Kilometer zurück, die Wartezeit bei der Ausreise an der Grenze Nickelsdorf lag bei sechs Stunden. Hunderte im Stau gefangene Autofahrer mussten bei Außentemperaturen von über 30 Grad von den ÖAMTC-Stauberatern mit Wasserflaschen versorgt werden. Mehrere Autofahrer kollabierten. Die Stauberater verzeichneten knapp 30 Erste-Hilfe-Einsätze.

Keine Unterschiede gab es hingegen beim Vergleich der häufigsten Staupunkte. Rund zwei Drittel aller Staus wurden - wie im Vorjahr -auf folgenden Strecken gemessen:

  • A 10 Tauern-Autobahn in Salzburg
  • A 13 Brenner-Autobahn
  • B 179 Fernpass Straße
  • A 9 Pyhrn-Autobahn: Abschnitt Graz-Grenze Spielfeld
  • A 2 Süd-Autobahn: Pack und Abschnitt Klagenfurt-Villach
  • A 4 Ost-Autobahn vor der Grenze Nickelsdorf

Die längsten Staus im Vergleich 2004 und 2003:

  • A 10-Tauerntunnel Richtung Süden 2004: 26 km, 2003: 30 km
  • A 10-Katschergtunnel Richtung Norden 2004: 14 km, 2003: 18 km
  • A 2-Gräbern-/Herzogbergtunnel Richtung Süden 2004: 5 km, 2003: 7 km
  • A 2-Gräbern-/Herzogbergtunnel Richtung Wien 2004: 25 km, 2003: 12 km

Die längste Wartezeit betrug auf der A 4 Ost-Autobahn von Nickelsdorf in Richtung Ungarn 6 Stunden im Jahr 2004 und 8 Stunden im Vorjahr.

16.000 Kilometer legten die ÖAMTC-Stauberater im Sommer 2004 zurück

Stauberater des Clubs waren mit Motorrädern an den sechs verkehrsstärksten Samstagen auf der Ost- (A 4) und der Tauern-Autobahn (A 10) unterwegs. In Tirol auf der Inntal- (A 12) und Brenner-Strecke (A 13) waren Gelbe Engel an jedem Freitag und Samstag in den Sommerferien im Einsatz. Ihre Aufgaben: Autofahrern die unfreiwilligen Wartezeiten verkürzen helfen, Informationen über Staulängen und mögliche Ausweichstrecken weiter geben und kleine Pannen beheben. Dabei wurden von den Stauberatern insgesamt:

  • 16.000 Kilometer zurückgelegt
  • 4.000 Liter Mineralwasser ausgegeben
  • 2.000 Stück Spielzeug und Malbücher an Kinder verschenkt
  • 14 Kilogramm Zuckerl an Kinder verteilt
  • 200 ÖAMTC-Straßenkarten an Autofahrer ausgegeben
  • Vier auf Raststationen vergessene Mitreisende eingesammelt und dafür gesorgt, dass sie von ihren Angehörigen abgeholt werden konnten
  • Mehrere Geisterfahrten verhindert, indem Autofahrer gestoppt wurden, als sie vor den Staus umdrehen oder am Pannenstreifen bis zur nächsten Ausfahrt retour fahren wollten.

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Bildmaterial zu den Einsätzen der Stauberater findet man im ÖAMTC-Fotoservice im Internet unter http://www.oeamtc.at/presse/.

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