Neues Volksblatt" Kommentar: "Unwürdig" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 13. September 2004

Linz (OTS) - Als Präsident der Caritas Österreich saß Franz Küberl gestern in der ORF Pressestunde, doch zwei Drittel der Zeit ging es nicht um soziale Fragen - also das ureigene Thema der Caritas -, sondern um kirchliche Probleme. Küberl stand Rede und Antwort zu Geschehnissen, deren Kommentierung eigentlich Sache anderer wäre (was nicht heißt, dass der Präsident einer KirchenOrganisation dazu keine Meinung haben dürfte).
Fraglich ist, ob Küberls Befund, die katholische Kirche Österreichs habe in letzter Zeit "in beachtlicher Form Tritt gefasst", gerade im Lichte der Causa Krenn Bestand hat. Dabei geht es nicht alleine um das "pastorale Hochwasser", dessen Schäden durch einen bloßen Personaltausch in St. Pölten nicht beseitigt seien, wie ein renommierter Theologe im vertraulichen Gespräch meinte. Vielmehr ist die Art und Weise, wie die Bischofsära des 68-Jährigen zu Ende gebracht wird, für beide Seiten unwürdig. Gewiss hat Krenn polarisiert, aber er hat auch ein Kommunikationsvakuum in der Kirche gefüllt, und das nicht nur zu deren Nachteil. Ihm via Kathpress auszurichten, wo es lang geht, ist alles andere als ein brüderlicher Stil.

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