Brauner: Den Menschen in den Mittelpunkt stellen!

Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin über Perspektiven in der Wiener Geratrie

Wien (SPW) - "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir mit den nun eingeleiteten Maßnahmen die Voraussetzungen schaffen, dass auch im Jahr 2010 jener Grundsatz gilt, der die Sozialstadt Wien mit dem Ruf als Weltstadt der Medizin auszeichnet: Der Mensch im Mittelpunkt!", betonte Wiens Gesundheit- und Sozialstadträtin Renate Brauner am Samstag im Rahmen der Sommerakademie der SPÖ Wien in der Wiener Urania. Die an sich sehr erfreuliche Entwicklung einer höheren Lebenserwartung verbunden mit rasanten Fortschritten in der Medizin bedeute, dass das Gesundheits- und Sozialsystem dementsprechend adaptiert werden müsse, so Brauner, die betonte: "Denn hier geht es um das größte Gut, das wir haben: Unsere Gesundheit!"****

"Wir sind in Wien in der glücklichen Lage, von einem hohen Niveau auszugehen. Wien ist eine sehr soziale Stadt mit einer sehr hohen Qualität im Gesundheitsbereich - ein Verdienst von Tausenden engagierten MitarbeiterInnen, die tagtäglich für die WienerInnen mit voller Kraft im Einsatz sind. Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, damit jene Pflege möglich wird, die die Wienerinnen und Wiener individuell benötigen", unterstrich Brauner.

Die Gesundheit- und Sozialstadträtin gab über fünf Grundprinzipien Auskunft, die für Reformen und Veränderungen von ganz zentraler Bedeutung seien. Zunächst gelte es in die Reformvorhaben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzubinden. Zweitens sei es wichtig bei allen strukturellen Überlegungen nicht nur demographische Tatsachen bezüglich des Alters zu berücksichtigen, sondern auch die unterschiedliche Verteilung auf die einzelnen Regionen in Wien Jahre voraus zu berechnen. Drittens: Bekanntlich, so Brauner, würden sich die Menschen in ihren eigenen vier Wänden am wohlsten und zuhause fühlen: "Jede Reform gerade im Geriatriebereich muss also den Grundsatz haben, dass die Menschen möglichst lange bei sich zuhause in Würde und Selbstbestimmtheit leben".

Viertens betonte die Stadträtin die Notwenigkeit, flexible Modelle für spezielle Gruppen schaffen, da es "die Älteren" so nicht gäbe. Das Spektrum reiche hier von einer aktiven Lebensführung bis hin zu einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Angedacht werden sollten Kurzzeitpflegeeinrichtungen, um akut auftretenden Pflegebedarf abzufangen sowie Übergangspflegeeinrichtungen mit dem konkreten Ziel des Nachhausegehens nach einem Akutereignis. Fünftens: "’Den Menschen in den Mittelpunkt stellen’, heißt auch die Sozialkontakte für die Patienten möglichst aufrecht zu erhalten", so Brauner. Diese Möglichkeit würden wohnnahe Einheiten, aber auch Kooperationen mit Privaten bieten, Public Private Partnership solle daher weiter forciert werden.

Die Stadträtin stellte klar, dass zur Sicherstellung eines zeitgemäßen Standards der Gesundheits- und Pflegeversorgung die bisherigen Finanzmittel umgeschichtet und ergänzt werden müssen. Diese Mittel würden aber nicht nur aus dem Wiener Budget kommen können. "Wir werden auf andere Ressourcen zurückgreifen müssen. Das heißt ebenso, dass die Sozialversicherungen verstärkt in die Pflicht genommen werden müssen, und dass es endlich zu einer Erhöhung des seit Jahren eingefrorenen Pflegegeldes kommen muss", so Brauner, die kritisierte, dass die PflegegeldbezieherInnen seit Jahren von Bundesseite enttäuscht würden.

Geld sei in Österreich genug vorhanden: "Die Geldvermögen in Österreich wachsen jedes Jahr um 70 Mrd. Euro oder 9 Prozent. Der entscheidende Punkt ist also die richtige Verteilung und die beste Prioritätensetzung im Sinne der Menschen! Der Bund muss noch beweisen, welche politische Wertigkeit das Gesundheitswesen für ihn hat. Die Stadt Wien sagt jedenfalls ein klares "Ja" zu Effizienzsteigerungen im Gesundheitswesen, ein klares "Ja" zu Synergieeffekten und ein klares "Ja" zu Reformen - aber ein klares "Nein" zum unsozialen Kaputtsparen, das nicht nur die Gesundheit der WienerInnen gefährdet, sondern auch den weltweit ausgezeichneten Ruf Wiens als medizinische Spitzenstadt aufs Spiel setzt", betonte Brauner abschließend. (Schluss) tr/gd

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