"Neues Volksblatt" Kommentar: "Terror" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 11. September 2004

Linz (OTS) - Wie sollen Medien mit dem Terror umgehen? Diese Frage stellt sich - leider - fast jeden Tag. Unbestreitbar sind die Medien Teil der Strategie von Terroristen. Anschläge allein "genügen" nicht, sie müssen in ihrer Fürchterlichkeit auch möglichst weltweit verbreitet werden. Das ist das Ziel der Täter.
Über Terrorakte einfach nicht mehr zu berichten, das ist freilich keine Lösung. Die Medien haben eine Informationspflicht, der sie nachkommen müssen. Das sind die Medien vor allem auch den Opfern von Anschlägen schuldig - damit die Berichte über das sinnlose Sterben wenigstens aufrütteln und die Verantwortlichen in Staat und Politik zwingen, im Kampf gegen den internationalen Terrorismus nicht lockerzulassen. Zugleich muss es aber auch Ziel der medialen Berichterstattung über den Terror sein, den Blick für dessen Wurzeln zu schärfen. Die Mächtigen dieser Welt dürfen nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden, die vor allem darin besteht, politische Lösungen für Konflikte zu suchen und damit dem Terrorismus den Nährboden zu entziehen. Das zu verdeutlichen, ist tägliche Aufgabe der Medien.

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