Haupt: Mit Art. 15a-Vereinbarung über Sozialbetreuungsberufe steht großer Meilenstein bevor

Bundesweite Harmonisierung und Anerkennung schafft einheitliche Grundsätze bei Ausbildung und Tätigkeitsbereichen der Sozialbetreuungsberufe

Wien, (BMSG/OTS) - Im heutigen Ministerrat brachte der Bundesminister für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz, Mag. Herbert Haupt, gemeinsam mit seiner Regierungskollegin Maria Rauch-Kallat den Entwurf einer Vereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern gemäß Art. 15a B-VG über die Sozialbetreuungsberufe ein. Haupt: "Für mich ist einer der wichtigsten Aspekte die Rechtssicherheit quer durch alle Bundesländer für jene Menschen, die sich und ihr Leben einem Sozialberuf verschrieben haben und wertvolle Arbeit direkt am Menschen und an der Gesellschaft leisten. Die geplante bundesweite Harmonisierung und Anerkennung war daher längst nötig und überfällig. Wir werden nach intensiver Vorbereitung nun eine gute Umsetzung liefern". ****

Auf Grund der unbefriedigenden Ausgangssituation im Ausbildungssystem wurde zum Thema "Berufsbilder und Ausbildungen im Pflege- und Behindertenbereich" über Ersuchen der Landessozialreferentenkonferenz vom Mai 2001 unter der Federführung des Bundesministeriums für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (BMSG) eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Dieser Arbeitsgruppe gehörten neben Vertretern des BMSG auch Vertreter des BMGF, BMBWK, des Österreichischen Komitees für Soziale Arbeit (ÖKSA) und aller neun Bundesländer an.

Auf Basis der Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe sowie der Ergebnisse des Begutachtungsverfahrens wurde vom BMSG der vorliegende Entwurf einer Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über Sozialbetreuungsberufe erstellt. Die Landessozialreferentenkonferenz hat dem Entwurf im Juni 2004 inhaltlich zugestimmt.

Mit der geplanten Vereinbarung sollen folgende Ziele erreicht werden:

§ Schaffung eines modularen Ausbildungssystems § Harmonisierung der Berufsbilder und Berufsbezeichnungen § Einheitliche Ausbildungsstandards in ganz Österreich § Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Berufsgruppen und einheitliche Anerkennung der Ausbildungen § Leichterer Zugang der Sozialbetreuungsberufe zum Arbeitsmarkt und Förderung der beruflichen Mobilität § Deutliche Qualitätsverbesserung für die betroffenen Klienten

und die Mitarbeiter der Berufsgruppen in den Bereichen Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung, Familienarbeit und Altenarbeit

Die Sozialbetreuungsberufe werden nach der geplanten Vereinbarung in drei Qualifikationsniveaus gegliedert:

1. Helfer/innen-Niveau (Heimhelfer/innen mit 200 Unterrichtseinheiten Theorie und 200 Stunden Praxis) 2. Fachniveau (Fach-Sozialbetreuer/innen mit 1.200 Unterrichtseinheiten Theorie und 1.200 Stunden Praxis) 3. Diplomniveau (Diplom-Sozialbetreuer/innen mit 1.800 Unterrichtseinheiten Theorie und 1.800 Stunden Praxis).

Auf Fach- und Diplomniveau gibt es im Hinblick auf unterschiedliche Zielgruppen und Arbeitsschwerpunkte folgende Spezialisierungen:

1. Altenarbeit ("A") 2. Familienarbeit (nur auf Diplomniveau) ("F") 3. Behindertenarbeit ("BA") 4. Behindertenbegleitung ("BB").

Die Sozialbetreuer/innen auf Fach- und Diplomniveau mit Schwerpunkt Alten-, Familien- oder Behindertenarbeit erwerben im Rahmen ihrer Ausbildung jeweils auch die Qualifikation eines Pflegehelfers bzw. einer Pflegehelferin im Sinne des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG). Für die Absolvent/innen der Fachrichtung Behindertenbegleitung, sowie für die Heimhelfer/innen wird ein neues Modul "Unterstützung für die Basisversorgnung" geschaffen. Der Bund verpflichtet sich durch eine Änderung des GuKG und des Ärztegesetzes, den Absolvent/innen dieses Moduls die entsprechenden Befugnisse einzuräumen.

"Nach Einbringung der Vereinbarung in den Ministerrat soll so bald wie möglich die Unterzeichung durch die Landeshauptleute und mich erfolgen. Anschließend muss die Vereinbarung von Bund und Ländern ratifiziert und innerhalb von 2 Jahren nach dem Inkrafttreten umgesetzt werden. Ich denke der vorliegende Entwurf ist ein Meilenstein auf diesem Gebiet und ist geeignet, noch mehr Qualität und gleiche Ausgangsvoraussetzungen in den Ausbildungsbereich zu bringen. Wir können stolz auf diesen Entwurf der Vereinbarung sein, denn er ist wirklich ein Erfolg", erklärte der Sozialminister abschließend. (Schluss)

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Generationen und Konsumentenschutz
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