Kongress der Gesetz- und Amtsblätter der Europäischen Union am 9. September in Wien

Wien (OTS) - Direktoren der Gesetz- und Amtsblätter aus 24 Ländern der Europäischen Union und des Amtsblatts der Europäischen Union treffen sich am 9. September in Wien. Ziel dieses europäischen Amtsblätter-Forums: ein einfacherer Zugang von Bürgern und Unternehmern zu Gesetzestexten und amtlichen Informationen.

Die Gründungsveranstaltung des europäischen Amtsblätter-Forums, das künftig mindestens einmal pro Jahr stattfinden soll, findet über Einladung der Wiener Zeitung in der österreichischen Bundeshauptstadt ab. Ebenso stimmiger wie stilvoller Tagungsort ist das Parlament, das von Nationalratspräsident Andreas Khol für diesen Zweck zur Verfügung gestellt wurde. Professor Khol wird auch selbst an der Veranstaltung teilnehmen.

Das neue Amtsblätter-Forum will Strategien und Maßnahmen erarbeiten, die im gemeinsamen Interesse aller Amtsblätter liegen und damit zukunftsorientierte Antworten auf gemeinsame, europaweite Herausforderungen geben.

Ziel des Forums ist insbesondere ein Informationsaustausch im technologischen Bereich, um die Zugangsmöglichkeiten der betroffenen Bürger zu amtlichen bzw. Rechts-Informationen zu verbessern und die Strategien der einzelnen Amts- und Gesetzblätter untereinander zu vergleichen. Koordiniert wird die Arbeit durch das Amtsblatt der Europäischen Union. Dieses stellt auch das Sekretariat des Forums, richtet ein Archiv der Dokumente des Forums ein und stellt die Ergebnisse der Arbeit auf einer eigenen Website zur Verfügung.

An konkreten Arbeitsthemen wird es den Amtsblatt-Direktoren nicht mangeln. Technologisch vollzieht sich seit Jahren ein Wandel weg von den gedruckten Amtsblättern hin zur Veröffentlichung im Internet, was massive wirtschaftliche Auswirkungen auf die Amtsblattverlage und meist staatlichen Druckereien hatte und teilweise noch hat.

Daneben bekommen die Amtsblätter immer stärker Konkurrenz durch private Informationsanbieter. Die einstige Monopolstellung der klassischen staatlichen Verlage unterliegt immer stärker den Wettbewerbsbedingungen des freien Marktes.

Beschleunigt werden die Umstellungen dadurch, dass die öffentlichen Haushalte immer stärker zum Sparen gezwungen sind. Auch hier heißt die Zauberformel: elektronische Verlautbarung via Internet anstelle gedruckter Verlautbarungsblätter.

Karl Schiessl, Geschäftsführer der Wiener Zeitung und Gastgeber des Gründungs-Forums der Europäischen Amtsblätter, sieht dennoch Zukunfts-Chancen für die Amtsblätter. "Wir leben in einer Informationsgesellschaft und daher entscheidet das Informiertsein über den Erfolg von Unternehmen, Einzelpersonen und ganzen Gesellschaften. Die Amtsblätter sind hier gefordert, die Bürger direkter und verständlicher zu informieren, damit diese nicht von ungewollten Entwicklungen überrascht oder überrollt werden", meint Schiessl.

Objektive, unverfälschte Information sei auch das probateste Mittel gegen die immer stärker um sich greifende Politikverdrossenheit der EU-Bürger. Zuletzt hatten bekanntlich nur 42 Prozent der stimmberechtigten Österreicher an den Wahlen zum EU-Parlament teilgenommen. Hauptgrund dafür: Die Bürger fühlen sich von der EU bzw. vom EU-Parlament zu wenig betroffen. Dies, so der Geschäftsführer der Wiener Zeitung , sei natürlich - objektiv gesehen - falsch und könne nur an mangelnder Information liegen.

Offenbar, so Schiessl, ist es nicht damit getan, wichtige Sachverhalte oder gesetzliche Normen ins Internet zu stellen. Wichtig sei es vielmehr, dass die Menschen auch verstehen, was mit Ihnen geschieht - und zwar auch jene, die nicht täglich von einem Stab von Anwälten und Treuhändern beraten werden.

In diesem Spannungsfeld wollen die Amtsblatt-Direktoren Arbeitsgruppen einrichten, die Lösungen sowohl für technische als auch rechtliche Fragen erarbeiten sollen.

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Zeitung GmbH
Wiedner Gürtel 10, 1040 Wien
http://www.wienerzeitung.at
Mag. Karl Schiessl, Geschäftsführer
Tel.: 0043 1 20699 490
Fax: 0043 1 20699 100

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OSD0001