Offener Kanal: Bürgerfernsehen in Gefahr

Wien (OTS) - Die plattform offener kanal wien als Interessensvertretung von ProduzentInnen, die sich im Bürgerfernsehen für Wien engagieren wollen, sieht sich in ihren Befürchtungen bestätigt. Diesbezügliche Warnungen wurden bereits in der Pressekonferenz am 31. 8. 2004 zum Ausdruck gebracht. Die inzwischen vorliegende Ausschreibung der sogenannten Programmintendanz entspricht nicht dem Leitbild eines Offenen Kanals. Und zwar aus folgenden Gründen:

1. Intendantenprinzip

Die Formulierung der Ausschreibung läßt keinen Zweifel daran, dass ein übergeordneter Intendant das Programm bestimmen soll. Ein solcher Prinzipal ist im Offenen Kanal ein Widerspruch in sich. Ordert er unbezahlte MitarbeiterInnen, um einen Lokalsender zu schaffen? Welche Ziele verfolgt er? Ein Offener Kanal benötigt vielmehr einen akzeptierten Programmkoordinator, der die Sendungen ermöglicht. Denn im Mittelpunkt steht das Recht aller Menschen, die in Wien leben, den Zugang zur Produktion zu erhalten.

2. Programmauftrag

Die Ausschreibung verweist auf vorgesehene Programmrichtlinien. Was ist der Inhalt dieser Programmrichtlinien? Sie sind nicht veröffentlicht, geschweige denn öffentlich diskutiert. Bei einem Fernsehen von BürgerInnen für BürgerInnen ein unzumutbarer Zustand.

3. Machbarkeitsstudie nicht veröffentlicht

Die bestellten Herausgeber argumentierten, dass ihre Vorbereitungen auf der "Studie zur praktischen Umsetzung des Offenen Fernsehkanals Wien" beruhen. Diese Studie, anerkannte Richtlinie für einen Offenen Kanal, ist nicht öffentlich zugänglich. So kann die Umsetzung nicht allgemein überprüft werden. Daher wird gefordert, dass die Studie endlich veröffentlicht wird.

Die WienerInnen brauchen keinen Kurator im Offenen Kanal. Denn sie sind mündige BürgerInnen. Gefragt ist vielmehr die Vermittlung von Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation. Der Offene Kanal ist erfolgreich, wenn er auf das kreative Vermögen der demokratisch vielfältigen Produktionsgruppen vertraut. Diese sind motiviert, ihre Projekte im Offenen Kanal vorzustellen.

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