Direktorenbestellung: Schluss mit dem schwarzen Schulkartell in NÖ!

Grüne präsentieren Beispiele von Postenschacher bei Direktorenbestellung

St. Pölten (Grüne) - "Herr Landeshauptmann, finden Sie den politischen Postenschacher bei Direktorenbestellung in NÖ-Schulen noch zeitgemäß?", fragt der Bildungssprecher der NÖ Grünen, Emmerich Weiderbauer. Die letzten Direktorenbestellungen zeigen, dass auch in Niederösterreich Parteipolitik vor Qualifikation gilt. Immer kommen oder kamen LeiterInnen zum Zug, die das richtige Parteibuch haben. Eltern, Lehrer und Schüler sollten nach Ansicht der Grünen selbstverständlich in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Die Grünen fordern eine grundlegende Reform der LeiterInnenbestellung in den Schulen: so sollten Assessment-Verfahren, Mitspracherecht der Schulpartner und die Bestellung auf Zeit Selbstverständlichkeit bei der Bestellung von DirektorInnen werden.

Beispiel Polytechnikum Mank - Bezirk Melk (Sommer 2004): - Weil die Anhörung des ÖVP-Kandidaten durch die Landeslehrerernennungskommission nicht ausreichend verlief, wurde der Direktorsposten erneut ausgeschrieben. Jetzt wurde der ÖVP Kandidat plötzlich trotzdem zum Direktor bestellt.

Beispiel Volksschule Marbach - Bezirk Melk (Sommer 2004): - Im Februar wurde die Volksschulleiterin von Persenbeug zur Bezirksschulinspektorin in Gmünd ernannt. Die Persenbeugerin hatte ihren Posten für eine der zwei Marbacher Bewerberinnen freimachen müssen. Obwohl das Objektivierungsverfahren eine klare Favoritin hervorbrachte, wurde die schlechtere Konkurrentin als Direktorin bestellt. Ihr Vorteil: die Nähe zur ÖVP.

Beispiel HAK in Waidhofen (Sommer 2004) - Ein ÖVP Bürgermeister wird trotz massiver Proteste von Eltern und LehrerInnen zum neuen Direktor bestellt.

Beispiel Gymnasium in Wiener Neustadt (Sommer 2004) - Nach monatelangem Ringen wird endlich eine ÖVP nahe Direktorin bestellt. ÖVP-Klubobmann Schneeberger spricht sich im Vorfeld der Direktorenbestellung öffentlich (!) für die Mitsprache der Schulpartner in Wiener Neustadt aus. Das Ziel dieser Intervention ist klar: der SPÖ-Kandidat soll damit verhindert werden.

Beispiel Landesschulinspektor (2003) - Nachdem der NÖ Landesschulinspektor für Deutsch und Geschichte in Pension ging, musste eine Nachfolge gesucht werden. Obwohl sich ein Professor - mit gleich gutem Anhörungsverfahren - aus den Fächern Deutsch und Geschichte beworben hatte, wurde 2003 ein Mathematiker für diese Stelle nominiert. Sein Vorteil: die Nähe zur ÖVP.

Dass in Niederösterreich vor allem ÖVP-nahe Direktoren zum Zug kommen ist kein Geheimnis. Ein paar wenige Schulen fallen in alter Proporzmanier der SPÖ zu. Die Zukunft der Leiterbestellungen sollten nach Ansicht Weiderbauers "transparent und offen" vor sich gehen. "Im Vorfeld der Leiterbestellungen sollen sogar Listen kursieren, in der Name und Parteizugehörigkeit vermerkt werden. Damit muss ein für allemal Schluss sein!", so Weiderbauer abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Presse - Grüner Klub im NÖ Landtag +432742/9005-16703 - landtag@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRN0001