Udo Jürgens "Bei Stöckl" im ORF: "An erster Stelle meines Lebens steht mein Klavier!"

Jürgens über sein neues Buch, seine Pläne und seine Vergangenheit

Wien (OTS) - Fünf Jahre hat Udo Jürgens an dem Roman "Der Mann mit dem Fagott" gearbeitet. Fünf Jahre hat er sich auf die Spuren seiner Familie, des vorigen Jahrhunderts, aber auch auf die Suche nach dem eigenen Ich begeben. "Es war der steinigste Weg auf der Suche nach mir selbst, den man sich aussuchen kann. Aber auch der schönste", bekennt der Musiker und Autor. Im ausführlichen Gespräch mit Barbara Stöckl spricht Jürgens über die selbsttherapeutische Wirkung des Schreibens und gibt unverhohlen zu: "Nach Beendigung des Buches bin ich in ein riesengroßes Loch gefallen. Ich dachte daran, mit einem Psychoanalytiker zu reden." Entertainer, Sänger, Komponist und Autor Udo Jürgens erzählt "Bei Stöckl" am Freitag, dem 10. September 2004, um 23.05 Uhr in ORF 2 über sein Buch, die Suche nach dem eigenen Ich, seine ausgiebige Reise in seine persönliche Vergangenheit, seine weiteren Pläne und darüber, ob er sich für den besseren Sohn oder den besseren Vater hält.

"Der Mann mit dem Fagott": Der Film zum Buch

Zwecks Recherche für sein Buch besuchte Udo Jürgens die ehemalige Villa seines Großvaters Heinrich Bockelmann, dem damaligen Zarenbankier, in Russland. "Das waren so emotionale Momente, dass ich Mühe habe, sie zu beschreiben. Ich habe die Villa, heute ist sie die Baubehörde für Moskau, genauso erkannt, wie mein Vater sie beschrieben hat, und habe mir eine Hand voll Erde von dort mitgenommen. Spätestens da war es um die russische Seele vollends geschehen."
Udo Jürgens verrät erste Pläne, den "Mann mit dem Fagott" zu verfilmen. "Es wird wahrscheinlich ein Dreiteiler à 90 Minuten werden. Noch ist es nicht ganz fix, denn die Produktionskosten sind immens." Nicht der langjährige Jürgens-Intimus Karl Spiehs wird verfilmen, "der plant ein anderes Projekt über mich", sondern eine deutsche Produktionsfirma.

Udo Jürgens: "An erster Stelle meines Lebens steht mein Klavier!"

"Bei Stöckl" beschreibt Jürgens - er feiert am 30. September seinen 70. Geburtstag - eindrucksvoll die grauenvollen Erlebnisse, die er als Kind in der Nazizeit hatte. "Ich habe Dinge erlebt und gesehen, die unglaublich sind", spricht sich aber entscheiden gegen die Erbschuld aus: "Unsere Justiz und unsere Gesellschaftsauffassung muss die heutige Generation frei von Schuld sprechen. Eine Erbschuld darf es nicht geben." Außerdem "Bei Stöckl": Warum der selbst bekennende "Männer-Mann" lieber von Frauen interviewt wird: "Männer sind oft zynisch und nicht ehrlich. Ein Problem für mich, mit meiner naiven, arglosen Offenheit. Frauen haben ein leichtes Spiel mit mir. Da bin ich ein Weichei." Udo Jürgens gibt zu, als Vater versagt zu haben und der bessere Sohn gewesen zu sein: "Ich sehe an erster Stelle des Lebens mein Klavier, an zweiter Stelle kommt erst die Familie. Das ist eine moralische Verschiebung, die bedenklich ist. Ich glaube aber, meine Kinder haben mir das verziehen."

Die Geburtstagsshow im ORF: "Udo Jürgens - Leben für die Lieder"

Am Abend seines 70.Geburtstags feiert Udo Jürgens mit einer sehr persönlichen Show im Berliner Klub "Adagio". Junge, aktuell erfolgreiche Gastmusiker spielen ihre Lieblingstitel von Udo Jürgens. Gemeinsam mit dem Orchester Pepe Lienhard singt er seine größten Hits. Im Gespräch mit Gastgeberin Sandra Maischberger berichtet er über sein Leben auf der Bühne und im Privaten. Dazu kommen prominente Überraschungsgäste, seine engsten Freunde, Familie und Fans. ORF 2 zeigt die Show "Udo Jürgens - Leben für die Lieder" am Donnerstag, dem 30. September, um 20.15 Uhr.

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