Gnadenhof Arche Noah in Laaben adoptiert 5 qualgezüchtete Masthühner

Laaben (OTS) - Der Tierschutzverein Animal Spirit hat kürzlich fünf ehemalige Masthühner vom Wiener Tierschutzhaus übernommen, wo sie in einer Taubenvoliere untergebracht waren. Hier am Gnadenhof Arche Noah in Laaben dürfen diese übergroßen, überzüchteten Kreaturen, 2 Hähne und 3 Hennen, erstmals ins Freie, die grüne Wiese und Sonne genießen, im natürlichen Erdreich scharren und ihre Eier in ein gemütliches Strohnest legen.

Masthühner, im Fachjargon "Broiler" genannt, gehören zu den am meisten auf menschliche Profitinteressen hin qualgezüchteten "Nutz"-Tieren. Laut einer britischen Studie leiden jährlich Millionen von Tieren in der Broiler-Industrie an schmerzhaften Beinverkrümmungen, Herzkrankheiten und tierquälerischem Überbesatz. Die Zahlen der Hühnermast-Industrie sind gigantisch: Jedes Jahr werden allein in Österreich fast 50 Millionen "Broiler" gemästet und umgebracht. EU-weit übersteigt diese Zahl sogar die 4-Milliarden-Grenze! Fast sämtliche dieser Kreaturen, die nur den einzigen "Lebenszweck" erfüllen müssen, in möglichst kurzer Zeit (knapp 6 Wochen) möglichst viel Gewicht auf die Waage zu bringen, vegetieren in riesigen fensterlosen Hallen dahin, in denen zwischen 10.000 und 40.000 Vögel zusammengepfercht sind.

"Bislang gibt es weder in Österreich noch EU-weit wirksame Gesetze, um das Leiden der Masthühner endlich zu beenden, obwohl sie die quantitativ größte Gruppe unter den Nutztieren darstellen", betont Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Leiter der Tierschutz-Organisation Animal Spirit. "Nicht einmal das neue, erst im Mai vom Parlament verabschiedete österreichische Tierschutzgesetz nimmt ausreichend auf die artgemäßen Bedürfnisse dieser vernachlässigten 'Nutztiere' Rücksicht."

Der wissenschaftliche Bericht aus England deckt 3 Hauptbereiche des Leidens von Masthühnern auf:

  • Schmerzhafte Beinverkrümmungen: Durch Überzüchtung in Richtung schnellstes Wachstum von gerade 41 Tagen bis zur Schlachtung -doppelt so schnell als vor 35 Jahren - können die Beine mit dem schnellen Körperwachstum nicht Schritt halten und krümmen sich häufig unter der Belastung des überschweren Körpers. Infolgedessen leiden jedes Jahr Millionen von Masthühnern unter schmerzhaften Beindegenerationen. In den schwersten Fällen können sie sich nur noch durch Kriechen auf den Gelenken fortbewegen, die sich in der Folge schwer entzünden und somit meist zum Tod führen.
  • Herzinsuffizienz: Herz und Lungen können mit dem schnellen Körperwachstum der überzüchteten Vögel nicht Schritt halten. Dies führt zu Millionen von "Ausfällen" jedes Jahr durch Herztod -viele Vögel erreichen so nicht einmal ihr Schlachtalter von knapp 6 Wochen!
  • Überbesatz: Die Masthühner werden häufig mit bis zu 38 kg/m2 oder mehr in die Tierfabriken hineingepfercht - das sind bis zu 25 Hühner pro Quadratmeter! Die Studie deckt auf, daß eine derartige Massierung auf engstem Raum zu eine Anhäufung der Infektionserreger führt sowie zu Problemen wie Brustblasen, Hautentzündungen und Kannibalismus.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Franz-Joseph Plank
Tel.: +43 (0) 676 / 708 24 34

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ANI0001