CAT Open 2004

Das MAK öffnet den Flakturm auch 2004 für Veranstaltungen.

Wien (OTS) - KORRIGIERTE NEUFASSUNG DER OTS 155 VOM 20. AUGUST 2004= =

Mit dem CAT Open wird der Gefechtsturm Arenbergpark
auch 2004 wieder für Veranstaltungen geöffnet, die sich mit der neuen programmatischen Strategie des Projekts CAT - Contemporary Art Tower auseinander setzen. Nachdem im ersten CAT Open "Artists' Choice:
Künstler als Kuratoren" im Herbst 2002 die Besucher den Entstehungsprozess von Kunstwerken mitverfolgen und mit den Künstlern in Kontakt treten konnten, wird der Gefechtsturm Arenbergpark nun zum Laboratorium für künstlerische Performances: CAT Open 2004 präsentiert im Rahmen der MAK NITE(C) in drei abendlichen Veranstaltungen im Abstand von einer Woche drei künstlerische Ansätze, die sich aus jeweils anderer Perspektive und mit Hilfe unterschiedlicher Medien mit Geschichte, Funktion und Bedeutung des Flakturms beschäftigen.

Den Auftakt bildet "Vibrosonic", eine Soundinstallation von Franz Pomassl, die die Grenzen des menschlichen Hörvermögens auslotet. Die audiovisuelle Installation und Intervention "Base" von Krautgasser / Krzeczek / Pfaffenbichler / Schreiber verhandelt unterschiedliche Raumkonzepte. Peter Brandlmayr schließlich setzt sich in der polymedialen Performance "Relikt R 89" mit dem Begriff Gedächtnis auseinander.

Der Gefechtsturm Arenbergpark wird derzeit als begehbares MAK-Gegenwartskunstdepot genutzt. Das Projekt CAT, an dem intensiv gearbeitet wird, sieht, wie bekannt, die bauliche Adaptierung des Gefechtsturms für ein internationales Zentrum für zeitgenössische Kunst vor. CAT wird eine einzigartige Sammlung zeitgenössischer Kunst beherbergen, die von Beginn an neu entwickelt wird. Darüber hinaus werden zusätzliche Einrichtungen geschaffen, wie Studios, Workshops, eine "Art-Kitchen" und verschiedene informelle Treffpunkte für neue und traditionelle Medien. Die Künstler Jenny Holzer (New York) und James Turrell (Flagstaff, Arizona) haben künstlerische Interventionen entwickelt, die zu einem bleibenden Teil der architektonischen Struktur werden.

Der Gefechtsturm Arenbergpark ist von Anfang Mai bis Ende November 2004 jeden Donnerstag von 15.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Führungen durch den Flakturm (Anmeldung: Tel. 711 36-298 oder 248) werden jeden ersten Donnerstag im Monat um 17.00 Uhr angeboten.

PROGRAMM:

Dienstag, 21. September 2004, 20.00 Uhr:

VIBROSONIC. Geo-, infra- und ultrasonische Soundinstallation von Franz Pomassl

Der Tonkünstler Franz Pomassl lotet in seiner Soundinstallation "Vibrosonic" die besondere Raumsituation des Flakturms aus akustischer Perspektive aus. Als "musikalisches" Hauptinstrument dient ihm ein von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte (ZAMG) speziell entwickelter Schwingungsgenerator (VibroScan), mit dem Erschütterungen in der Stärke von Erschütterungsemissionen von Zügen simuliert werden können. Die beklemmende Atmosphäre des Flakturms mit seinen meterdicken Betonmauern scheint für dieses akustische Experiment ideal. Pomassls Ziel ist das "totale Hören", bei dem der ganze Körper zur Membran wird. Er macht sich Niedrig- und Hochfrequenzen zunutze, die außerhalb des mit dem Ohr wahrnehmbaren Spektrums liegen. Diese infra- und ultrasonischen Frequenzen zielen unmittelbar auf das audiotaktile System des menschlichen Körpers ab - also auf Membranen in der Haut und in den inneren Organen. Pomassl, der zu den avanciertesten Akteuren eines globalen Netzwerks von elektronischen Soundlaboranten gehört, verwandelt Klang in eine begehbaren Skulptur.

Eintritt: 4 Euro oder Vorweis einer MAK-Eintrittskarte vom selben Tag

Dienstag, 28. September 2004, 20.00 Uhr:

BASE. Eine audiovisuelle Installation und Intervention von Krautgasser / Krzeczek / Pfaffenbichler / Schreiber

Unterschiedliche strukturelle und individuelle Raumkonzepte verhandelt die audiovisuelle Installation und ortsspezifische Intervention "Base". Vier KünstlerInnen realisieren an der Schnittstelle von neuen Medien, Architektur und (Um-)Raum raumbezogene Arbeiten, die den Flakturm als Ort mitreflektieren. Anja Krautgasser dokumentiert und relokalisiert in der Medieninstallation "Dashed. Spatial Memory - Räumliches Gedächtnis" dreizehn subjektive Raumerinnerungen in Form von Interviews. In einen suggestiven Sog zieht Lotte Schreibers Videoarbeit "quadro", die - unterlegt mit elektronischem Sound - einen monumentalen 60er-Jahre-Wohnblock in der italienischen Küstenstadt Triest reflektiert. Darius Krzeczeks Videoarbeit "LUUKKAANKANGAS. updated; revisited" abstrahiert -basierend auf mehr als 12.000 Einzelfotos des finnischen Straßenkontrollsystems - die gewohnte Aufgabe des Verkehrssystems Straße. Norbert Pfaffenbichler komplettiert "Base" mit einem postminimalistischen skulpturalen Werk, das das Formenvokabular der ersten Moderne zitiert. "Base" breitet sich im 8. Stockwerk des Flakturms sowohl im Hauptraum als auch in den Nebenräumen aus.

Eintritt: 4 Euro oder Vorweis einer MAK-Eintrittskarte vom selben Tag

Dienstag, 5. Oktober 2004, 20.00 Uhr:

RELIKT R 89. Eine polymediale Performance von Peter Brandlmayr

Die polymediale Performance "Relikt R 89" des Geologen und Multimediakünstlers Peter Brandlmayr ist dem Gedächtnis gewidmet. Protagonist der Performance ist der Archäologe J. Curtiss, der 1998 in Kura ein rätselhaftes Relikt (Relikt R 89) freilegte, das vermutlich einst für rituelle Handlungen benutzt wurde. Auf der Suche nach der Bedeutung des Artefakts entdeckt Curtiss einen Schacht und verliert sich zunehmend in einem Labyrinth aus Gängen. Im Laufe der Performance verwandelt sich Curtiss selbst in das Relikt und wird damit zum zentralen Element einer rituellen Handlung. Die Performance basiert auf dem "Instrument R 89", einer Installation mit Tonbandgeräten und Filmprojektoren. Das eine Tonbandgerät befindet sich im Aufnahme-, das andere im Wiedergabemodus. Sie speichern auf Band beziehungsweise erinnern sich, um diese Erinnerung erneut zu speichern. Parallel zu dieser Dialektik von Gegenwart und Vergegenwärtigtem verweisen Filmprojektoren auf vergessene Zeiten, etwa auf einen Vortrag von Curtiss über das entdeckte Relikt. Am Ende der Performance löst sich der Protagonist auf sechs kleinen Leinwänden in nichts auf. Der Zuseher von "Relikt R 89" wird Zeuge einer Verwandlung und mutiert vom Beobachter zu einem Teil einer rituellen Zeremonie.

Eintritt: 4 Euro oder Vorweis einer MAK-Eintrittskarte vom selben Tag

Fotomaterial zu CAT Open 2004 steht unter www.MAK.at/presse zum Download bereit.

Pressedaten CAT OPEN 2004:

Ort: MAK-GegenwartskunstdepotGefechtsturm, ArenbergparkDannebergplatz/Barmherzigengasse, A-1030 Wien

Termine:Dienstag, 21. und 28. September sowie 5. Oktober 2004, jeweils um 20.00 Uhr, im Rahmen der MAK NITE(C)

Eintritt: 4 Euro oder Vorweis einer MAK-Eintrittskarte vom selben Tag

Kurator: Andreas Kristof, MAK NITE(C)

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