Hektik an den Ölmärkten: Energiehandel warnt vor weiterem Abwarten

Walser: Spekulieren könnte zum Bumerang werden.

Wien (PWK 591) - In der vergangenen Woche ist der Heizölpreis zwar an den Ölbörsen deutlich nach unten gegangen, aber leider nur kurzfristig. Anschläge, brennende Ölpipelines im Irak und nicht endenwollende Probleme bei "Yukos", einem der größten Ölproduzenten Russlands, sorgen für Hektik und leider auch wieder für steigende Ölpreise.

Es ist daher kaum zu erwarten, dass sich die Situation in den nächsten Wochen und Monaten entschärfen wird. Ganz im Gegenteil. Die Heizölhändler in Österreich erwarten noch im Herbst einen Nachfrageboom, der vor allem auch an der Börse zu höheren Produktpreisen führen könnte.

Der österreichische Energiehandel (Heizölhandel) warnt daher vor einem weiteren Abwarten und Spekulieren. Allerdings wird empfohlen, nur jene Mengen einzukaufen, die im kommenden Winter auch verbraucht werden. Also keine mehrjährigen Vorratskäufe.

Begründung: Bestimmen in einigermaßen "normalen" Märkten Angebot und Nachfrage den Preis für die Verbrauchsgüter, so gelten im Ölmarkt leider andere Gesetze. Zum einen wird die "Energieleitwährung Öl" weltweit in sehr unsicheren US-Dollars gehandelt und zum anderen richtet sich der Ölpreis nach den internationalen Notierungen.

Vor allem tummeln sich auf den weltweit agierenden amerikanischen Börsen Hunderte von milliardenschweren Finanzjongleuren. Spekulanten, die eigentlich nichts mit der Erdölwirtschaft zu tun haben, sondern ausschließlich von Spekulationsgewinnen leben - und mit Öl tun sie das momentan nicht schlecht. Dabei rechnen diese Spekulanten mit einem Grundbedürfnis der Konsumenten, nämlich der Versorgungssicherheit. Es gehört daher in regelmäßigen Abständen zu diesem "Spekulationsspiel", in der Öffentlichkeit gezielt Ängste zu schüren, kommentiert der Obmann des Fachverbandes Energiehandel, Herman Walser, die Situation.

Tatsache ist aber, dass mit ca. 30 Mill. Barrel pro Tag alleine die OPEC mehr Öl fördert als der Markt von der OPEC benötigt. Trotzdem wurde von ihr als "Gegenmaßnahme" zu den überhöhten Preisen eine weitere Fördererhöhung angekündigt. Mit ca.172 Milliarden Tonnen sind die wirtschaftlich förderbaren Ölvorräte so hoch wie nie zuvor. Bei einem Jahresverbrauch von ca. 3,6 Mrd. Tonnen und mit den zusätzlich bekannten Ölvorräten gibt es jetzt schon Reserven für weit über 130 Jahre. Es sollte also über Jahrzehnte hinaus keine "wirklichen" Engpässe geben. Zudem lasse "Hightech" bei der Exploration und der Erdölförderung immer neue Ölfunde und auch geringere Kosten erwarten. Ein weiteres Indiz für längerfristig günstige Ölpreise.

Wenn auch China, Indien und der asiatische Kontinent in Zukunft mehr Öl verbrauchen werden, so führen auch eine verbesserte Verbrennungstechnik (Brennwert), bessere Isolierungen und eine energieeffiziente Architektur in den westlichen Ländern zu einem stagnierenden bis zu einem leicht rückläufigen Energieverbrauch für Wärme.

Daher ist mit einem "vorsichtigen" Heizölkauf der Haus-Vorrat gesichert und die Börsen-Spekulanten werden sich auch wieder mit Verlusten abfinden müssen, meint Obmann Walser. (hp)

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Herman Walser, Obmann
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