BILLA-Mitarbeiter bestätigen in Brief an AKNÖ: "Es gibt Redeverbot zu Gratisüberstunden"

Präsident Staudinger: AKNÖ bietet REWE-Mitarbeitern Gratis-Rechtsschutz und Gratis-Beratung in allen Bezirken

Wien (AKNÖ) - Über 200 Mitarbeiter aus dem REWE-Konzern kamen heuer in die AKNÖ-Bezirksstellen, um sich arbeitsrechtlich beraten zu lassen. AKNÖ-Präsident Josef Staudinger: "Der Arbeitsdruck in diesem Konzern muss enorm sein. Die Arbeitsrechtsberater berichten von vielfältigen Verstößen gegen das Arbeitsrecht." So wurde für eine BILLA-Feinkostmitarbeiterin aus dem Bezirk Baden erst kürzlich 3.870 Euro an ausstehendem Lohn und nichtbezahlten Überstunden erfolgreich eingefordert. Jetzt wandten sich BILLA-Mitarbeiter mit einem Brief an die Niederösterreichische Arbeiterkammer und berichteten sogar von einem Redeverbot nach außen.

Der Brief der BILLA-Mitarbeiter bezieht sich auf Medienberichte in "Zeit im Bild 2" und "profil" zu arbeitsrechtlichen Ungereimtheiten. Der Brief ist ein einziger Hilferuf, es heißt: "In dieser Angelegenheit möchten wir Sie zum gegebenen Fall informieren, dass die Geschäftsführung der Fa. BILLA Redeverbot über den von den Medien bekannten Vorfall verhängt hat. Wir können bestätigen, dass von Mitarbeitern Überstunden geleistet werden, die aber nicht immer bezahlt werden. Werden keine unbezahlten Überstunden gemacht, wird von der Rayonsleitung gedroht - teilweise auch ein Exempel durchgezogen - diese Mitarbeiter auszutauschen, zu versetzen oder nach dem Motto "wenn Ihnen etwas nicht passt - der Nächste wartet schon" einzuschüchtern. Wir finden es richtig, und es wäre uns ein großes Anliegen, dass diese Missstände von Seiten der Arbeiterkammer abgestellt werden, denn Sklavenhaltung ist Gott sei Dank schon seit hundert Jahren abgeschafft. Das Problem der Mitarbeiter ist, dass fast alle Familie haben und der Arbeitsmarkt, wie jedem bekannt ist, nicht sehr rosig ausschaut. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg zum Durchsetzen Ihres Vorhabens und verbleiben . ."
AKNÖ-Präsident Josef Staudinger: "Wir wissen aus der Praxis, dass ständig versucht wird, die Rechte der Handelsangestellten zu kürzen. Falsche Berechnungen von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Teilzeitanstellung bei ständiger Mehrarbeit, telefonische Kündigungen während eines Krankenstandes, alle diese Übertretungen sind keine Einzelfälle." Die Niederösterreichische Arbeiterkammer weist darauf hin, dass alle Beschäftigten im Handel durch ihre AK-Mitgliedschaft einen Gratis-Rechtsschutz in arbeitsrechtlichen Fragen genießen. Selbstverständlich ist auch die Beratung in allen Bezirksstellen kostenlos und auf Wunsch anonym möglich.
Gratishotline für das Arbeitsrecht: 0800 232323-1717 oder www.noe.arbeiterkammer.at

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