Verbindliche Regeln für das Direct Marketing schaffen Transparenz

Gemeinsame Aktion von Direct Marketing Verband und WKÖ - Initiative "Fair Data" beispielgebend für Europa

Wien (PWK590) - Der Direct Marketing Verband Österreich (DMVÖ) und der Fachverband Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Österreich haben jetzt erstmals gemeinsam verbindliche Verfahrensregeln für das immer häufiger eingesetzte Direct Marketing geschaffen. In Abstimmung mit der Datenschutzkommission im Bundeskanzleramt wurden Richtlinien ("Codes of Conduct") ausgearbeitet, welche die vorhandenen einschlägigen Gesetze praxisorientiert konkretisieren. Mit der Vergabe eines "Fair Data"-Gütesiegels soll zusätzliche Rechtssicherheit und Transparenz geschaffen werden. Die Initiative wurde Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Mag. Thomas Gams (stv. Obmann des Fachverbands Werbung in der WKÖ), DMVÖ-Präsident Ing. Jürgen Menedetter, Dr. Waltraut Kotschy, Leiterin der für den Datenschutz zuständigen Abteilung im Bundeskanzleramt, DMVÖ-Vorstandsmitglied Anton Jenzer und Dr. Hans Spohn, juristischer Koordinator und Projektleiter der Codes of Conduct, vorgestellt.

Direct Marketing (personalisierte Mailings) ist einer der wichtigsten und am dynamischsten wachsenden Teilbereiche der heimischen Werbewirtschaft. Deshalb werde diese Initiative, die geeignet ist, mehr Transparenz zu schaffen, vom Fachverband voll mitgetragen, stellte Gams fest: "Mit den Codes of Conduct wurde ein wertvolles Nachschlage- und Regelwerk geschaffen, das unsere 15.000 Mitglieder im Umgang mit Daten unterstützt".

Es werden klare Maßstäbe für die eigenverantwortliche Verwendung von Daten auf der Basis des Datenschutzgesetzes 2000 gesetzt. "Nach umfangreicher zweijähriger Vorbereitungszeit ist hier ein perfekter Schulterschluss mit dem Bundeskanzleramt sowie der Wirtschaftskammer gelungen. Die Codes of Coduct stellen darüber hinaus europaweit die erste Initiative einer eigenverantwortlichen Selbstbeschränkung eines Berufsverbandes dar", unterstrich Menedetter.

Nach den Worten der Datenschutzexpertin Waltraut Kotschy schaffen die Regeln einen fairen Ausgleich zwischen den Datenschutzinteressen der Bürger und den Informationsinteressen der wirtschaftlich wichtigen Direktwerbung: "Sie sind in ihrer Ausgewogenheit und Konkretheit sicherlich ein Vorzeigebeispiel dafür, wie Direktmarketing betrieben werden sollte, wenn man die Datenschutzrechte der Bürger ernst nimmt".

Anton Jenzer, Initiator der "Codes of Conduct", zeigte sich überzeugt davon, dass die neuen Regeln in der Öffentlichkeit zu mehr Akzeptanz für Werbung und Marketing führen werden. "Datenschutz und Marketing sind keine Gegensätze. Mehr Wissen und Informationen über Kunden und Märkte verhindert unnötige Werbeanstrengungen bei letztlich falschen Zielgruppen und dämmt damit die vielzitierte Werbeflut entscheidend ein. Konsumenten profitieren von Werbemaßnahmen, die ihren Interessen und ihrem Bedarf entsprechen".

Jedes Unternehmen, das sich an die Codes of Conduct hält, ist berechtigt, das vom DMVÖ vergebene Gütesiegel "Fair Data" zu führen. Die Richtlinien sind ab sofort für die 450 Mitglieder des DMVÖ verbindlich und sind unter www.dmvoe.at abrufbar. Konsumenten, die sich beschweren wollen, haben ab sofort die Möglichkeit, sich an das Clearingforum des DMVÖ zu wenden (clearingforum@dmvoe.at).

Laut aktuellen Erhebungen entfallen in Österreich jährlich 607 Millionen Euro auf Mailings mit persönlicher Anschrift. Das ist ein Viertel des gesamten Direct Marketing-Volumens. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Dr. Heribert Purtscher
Tel.: (++43) 0590 900-4363
Fax: (++43) 0590 900-263
presse@wko.at
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0002