Präsidentenkonferenz verlangt von OMV Rückzug aus Anti-Biomasse-Kampagne

OMV-naher Verein bekämpft Biomasse-Heizwerke mit fragwürdigen Methoden

Wien (AIZ) - Die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs verlangt in einem Brief an OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer von der OMV-Spitze, jene Kampagne zu unterbinden, die ein der OMV nahe stehender und von ihr gesponserter Verein derzeit gegen Biomasse-Heizwerke durchführt. Konkret werden von IWO-Österreich (Institut für wirtschaftliche Ölheizung), einem Verein der Mineralölwirtschaft, dem die OMV Aktiengesellschaft als größtes, bedeutendstes und potentestes Mitglied angehört, an Anrainer von geplanten Biomasse-Heizwerke-Projekten vorformulierte Einsprüche verteilt. Darin wird mit falschen, unwahren, zum Teil veralteten Fakten, zum Teil durch nicht belegbare Behauptungen und sogar mit Zitaten aus Leserbriefen in Lokalzeitungen versucht, Biomasse-Heizwerke zu verhindern.

Konkret wirft die Bauernvertretung im Schreiben an Ruttensdorfer dem Einspruchs-Text vor, dass darin die Emissionen der Biomasse-Heizwerke für "Horrorszenarien herhalten müssen" und die Tatsache, "dass diese Anlagen nach strengen Gesetzen behördlich bewilligt werden müssen und diese Bewilligung nach dem modernsten Stand der Technik erfolgt", verschwiegen werde. Weiters sei der unterschwellige Hinweis auf eine Verbrennung kontaminierten Heizgutes eine glatte Unwahrheit: "Solches Holz ist als Heizmaterial schlichtweg verboten."

Irreführende Außenhandelszahlen

Auch das im Vereins-Text behauptete Import-/Exportargument sei falsch, so die Präsidentenkonferenz. Wörtlich: "Abgesehen davon, dass Erdöl fast zur Gänze von außerhalb der EU importiert werden muss, handelt es sich bei den fälschlicherweise zitierten so genannten Importzahlen überwiegend um Verbringungen von Sägeholz aus dem EU-Binnenmarkt, getätigt von in Grenznähe tätigen Sägewerken."

Kostenargument grenzt ans Lächerliche

Auch das vom Verein angeführte Argument, Wärme aus Biomasse-Heizwerken verursache hohe Kosten, lässt die bäuerliche Interessenvertretung nicht gelten: "Das Kostenargument grenzt angesichts der jüngsten Entwicklungen am Ölpreissektor beinahe ans Lächerliche. Kunden von Biomasse-Heizwerken schließen Wärmeversorgungsverträge, meist auch mit Indexklauseln, ab und wissen so frühzeitig und langfristig um die Preisgestaltung. Ganz im Unterschied zum Ölpreis: Dieser ist abhängig von derart unwägbaren Einflüssen, wie Wahlen, Terror, Krieg etc., dass eine verlässliche Prognose für Mineralölwirtschaft und erst Recht für deren Kunden gänzlich unmöglich wird."

Abschließend ersucht die Präsidentenkonferenz den OMV-Generaldirektor, sich von den "unseriösen Praktiken" des im OMV-Einfluss stehenden Vereines zu distanzieren und seinen Einfluss geltend zu machen, diese Vorgangsweise zu unterbinden.
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