ÖAMTC fordert: Für jedes Kind muss es einen Sitzplatz im Bus geben

Sonderzählregel für Kinder in Omnibussen muss endgültig fallen

Wien (ÖAMTC-Presse) - Der Bus ist bereits völlig überfüllt, aber noch immer wird am Einstieg gedrängt - schließlich wollen alle Kinder mitfahren. Szenen wie diese sind an vielen Bushaltestellen mit Schulbeginn wieder Alltag. "Für Omnibusse gelten in Österreich nach wie vor altmodische Gesetze über 'teilbare' Kinder", beklagt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer einen gefährlichen Missstand und fordert:
"Für jedes Kind muss auch in Linienbussen und gewerblichen Schulbussen ein vollwertiger Platz zur Verfügung stehen."

Als Sonderzählregel gilt derzeit, dass drei Kinder unter 14 Jahren für zwei zählen und Kinder unter sechs Jahren gar nicht gezählt werden. Wirklich wirksam und vorbildlich sind die Bestimmungen nur für die Schülerbeförderung mit Pkw oder Kombi, seitdem hier die Sonderzählregel mit Ende 1998 ausgelaufen ist:

  • Pro Kind ein Sitz
  • Alle Sitze müssen über Gurte verfügen

* Jedes Kind muss mit Gurt oder - entsprechend Alter und Größe -einer geeigneten Rückhalteeinrichtung gesichert sein

"Auch bei der Kennzeichnungspflicht von Schülertransportern gibt es Lücken", sagt Hoffer. Bei großen Bussen, die ausschließlich der Schülerbeförderung dienen, ist für ein Maximum an Sicherheit gesorgt. Sie weisen am Heck eine gelbrote, quadratische Tafel mit Kinder-Piktogramm auf und müssen beim Ein- und Aussteigen der Kinder Warnblinkanlage und gelbrote Warnleuchten eingeschaltet haben. Für Schülertransport-Fahrzeuge, die als Pkw oder Kombi zugelassen sind sowie für Linienbusse, gilt aber keine solche Pflicht.

Weitgehend unbekannt sind leider auch die Verhaltensbestimmungen:
Derzeit gilt bei eingeschalteten Warnlichtern zum Schutz der ein- und aussteigenden Kinder absolutes Vorbeifahrverbot für nachkommende Fahrzeuge. "Unabhängig davon sollten aber auch entgegenkommende Fahrzeuglenker außerordentlich aufmerksam sein und ihr Tempo zumindest reduzieren", appelliert Hoffer. Verbesserungspotenzial ortet der ÖAMTC hier außerdem, wenn es darum geht, optimale Verkehrssicherheit zu erzielen und gleichzeitig unnötigen Verkehrsstillstand zu vermeiden - vor allem, wenn mehrere Schulbusse bei Schulzentren zusammentreffen.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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