Kroatien: Erweiterter Heimmarkt für österreichische Unternehmen

Bis zum EU-Beitritt Kroatiens werden noch ein paar Jahre vergehen - österreichische Unternehmen sollten die Chancen, die das Land bietet, aber schon jetzt nützen

Wien (PWK589) - "Die makroökonomischen Indikatoren Kroatiens
weisen seit Jahren eine kontinuierlich positive Tendenz auf, sodass von einem nachhaltigen und vor allem selbsttragenden Aufwärtstrend der kroatischen Wirtschaft gesprochen werden kann", sagt Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. Einzelne Bereiche, insbesondere die Baubranche, der Groß- und Einzelhandel sowie die Industrieinvestitionen entwickeln sich boomartig. Insgesamt führte das 2003 zu einem BIP-Zuwachs von knapp 5%. Heuer sollte das Plus 4% betragen. Kroatien zählt damit zu den wachstumsstärksten Ländern Europas. Positive Auswirkungen auf die künftige Wirtschaftsentwicklung sollte auch die Perspektive eines baldigen EU-Beitritts mit sich bringen. Die Beitrittsverhandlungen werden im kommenden Frühjahr eröffnet und theoretisch ist ein Beitritt ab 2007 möglich.

"Die positive Wirtschaftsentwicklung Kroatiens zeigt sich auch am großen Interesse ausländischer Investoren", sagt Peter Hasslacher, österreichischer Handelsdelegierter in Zagreb. Insgesamt wurden seit 1993 9,8 Mrd US-Dollar ausländisches Kapital in die kroatische Wirtschaft investiert. Damit befindet sich Kroatien bei den ausländischen Direktinvestitionen pro Kopf unter den Transformationsländern an dritter Stelle hinter Ungarn und Tschechien. Hasslacher: "Österreich hat sich mit Investitionen von 2,5 Mrd US-Dollar und einem Anteil von 25% an den Gesamtinvestitionen als größter ausländischer Investor positioniert."

Dementsprechend umfassend ist die österreichische Präsenz, wobei folgende Branchen hervorzuheben sind: Finanzdienstleistungen, Bau und Bauzulieferungen, Umweltdienstleistungen, Tourismus/Immobilien, Telekommunikation, Groß- und Einzelhandel, Verpackungen sowie wirtschaftsnahe Dienstleistungen. Damit erstreckt sich die österreichische Präsenz auf beinahe alle Sektoren, sodass Kroatien auch als erweiterter Heimatmarkt betrachtet werden kann. "Heuer sollte sich der Aufwärtstrend der österreichischen Investitionen mit besonderen Akzenten im Tourismus und im Immobiliendevelopment fortsetzen", erwartet Hasslacher.

Aber nicht nur die österreichischen Investitionen in Kroatien befinden sich in einer Hochphase, auch der bilaterale Handel läuft hervorragend. Im vergangenen Jahr legten die österreichischen Exporte nach Kroatien um 4% auf über 1 Mrd Euro zu und die Importe steigerten sich um 10,4% auf 402 Mio Euro. Der Handelsbilanzüberschuss von mehr als 600 Mio Euro zählt zu den höchsten, die Österreich im Außenhandel überhaupt erzielt. Heuer ist mit einem regelrechten Boom bei den Austro-Exporten zu rechnen. Alleine in den ersten fünf Monaten machte das Ausfuhrplus gegenüber der Vorjahresperiode 14,4% aus.

Angesichts der stark wachsenden Bedeutung des kroatischen Marktes hat sich die AWO im Zuge der "Internationalisierungsoffensive" von Bundesregierung und WKÖ dazu entschlossen, die derzeit noch zu steigernde Präsenz österreichischer Unternehmen in Dalmatien zu verbessern und diesen Teilmarkt mit einem eigenen Marketingbüro in Split noch intensiver als bisher zu betreuen. Hasslacher: "Unser Ziel ist es, die exzellente Positionierung der österreichischen Wirtschaft in Kroatien auszubauen und neue Marktpotentiale, insbesondere in den Bereichen Bauwirtschaft, Nahrungsmittel, Tourismus und Hotelzulieferung, zu erschließen."

Zusätzlich werden im Herbst Veranstaltungsschwerpunkte zu Kroatien gesetzt. Am 19. Oktober findet in Wien im Haus der Wirtschaft ein "Wirtschaftstag Kroatien" statt. Hasslacher: "Ein Tag für Information, Beratung und Erfahrungsaustausch für österreichische Unternehmen. Es ist uns auch gelungen den kroatischen Wirtschaftsminister Branko Vukelic und die Europaministerin Kolinda Grabar-Kitarovic für Gastvorträge und Firmeneinzelgespräche zu gewinnen. Beide befinden sich anläßlich dieser Veranstaltung erstmals offiziell nach dem Amtsantritt der neuen kroatischen Regierung in Österreich." Ein Monat später (11.-12. November) veranstaltet die Außenhandelsstelle Zagreb eine Wirtschaftsmission nach Kroatien zum Thema Umwelt und Infrastruktur. (BS)

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