Die Österreichische Liga für Menschenrechte fordert eine verstärkte österreichische Außenpolitik im Sinne der Menschenrechte

Wien (OTS) - Die Geiselnahme in der Schule von Beslan, die über
320 Todesopfern und 700 Verletzten forderte, ist ein verabscheuungswürdiger Terroranschlag. Tiefe Betroffenheit wird Präsidenten Putin aus der ganzen Welt - auch vom österreichischen Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer - ausgedrückt.

Unsere Anteilnahme richtet sich direkt an die vielen betroffenen Familien, die ihre Kinder und andere Familienangehörige verloren haben, - und nicht an das russische Staatsoberhaupt. Denn auf politischer Ebene kann man nicht alleine von den Opfern islamistischer Terrorgruppen sprechen, ohne dabei die Terroraktionen der russischen Armee in Tschetschenien außer Acht zu lassen. Hier wie dort sind die Opfer die Zivilbevölkerung. Wenn man alleine die unzähligen traumatisierten Flüchtlinge aus Tschetschenien, die in Österreich um Asyl ansuchen, befragt, kann man sich ein Bild über den russischen Terror auf die Zivilbevölkerung machen: Vergewaltigungen, Hinrichtungen, Schändungen von Erwachsenen und Kindern stehen dabei auf der Tagesordnung. Terror, der offiziell nicht existiert, da jegliche Russland-kritische Berichterstattung zensuriert oder behindert wird. Denn für das offizielle Russland sind die Terroristen stets die anderen.

Es wäre verfehlt, wenn Österreich seine guten Russland-Beziehungen nur dazu nützen würde, wirtschaftliche Beziehungen zu intensivieren. "Wir erwarten von Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer sowie von Außenministerin Dr. Benita Ferrero Waldner, dass sie sich intensiv für die Einhaltung der Menschenrechte in Rußland einsetzen und dafür sorgen, dass den Menschen in Tschetschenien wieder menschenwürdige Lebensbedingungen und Perspektiven geschaffen werden", so Dr. Elisabeth Ebner, Generalsekretärin der Österreichischen Liga für Menschenrechte. Denn durch staatlichen Terror besiegt man - bei aller offizieller Schönfärbung - keinen Terror.

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Österreichische Liga für Menschenrechte
Dr. Elisabeth Ebner,
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