"Neues Volksblatt" Kommentar: "Ins Gesicht" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 4. September 2004

Linz (OTS) - =

Der Blick ins Gesicht der Kinder, die aus der Schule
getragen werden, bringt das Entsetzen endgültig auch in unsere Wohnzimmer. Sie haben den Überfall durch Geiselnehmer überlebt. Dass sich ihre seelischen Wunden jemals wieder zur Gänze schließen, ist praktisch ausgeschlossen. Gewalt macht Opfer.
Die Gesichter der Kinder erzählen von der Barbarei, die in der Gewalt - ob sie nun von einer Großmacht oder Verbrechern unter dem selbst gestrickten Deckmantel einer Religion ausgeht - lebt. Sie sollten Mahnmal für jeden, der auf Gewalt als Mittel der Politik setzen zu können glaubt, sein. Schmerz und Verletzung führen in grausamer Todesspirale immer noch zu neuem Schmerz und neuen Verletzungen. Gewalt macht Opfer.
Natürlich liegt diesen Gedanken ein Maß an naiven frommen Wünschen -das auch eine tief christliche Botschaft darstellt - zu Grunde. Die Frage des Umgangs mit einem letzte Schranken vergessenden Terrorismus ist damit nicht gelöst. Ein Innehalten und der Gedanke, dass Gewalt schon im nackten Wort beginnt, können trotz der weiten Entfernung aber auch bei uns nicht schaden.

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