"Neues Volksblatt" Kommentar: "Chaostage" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 3. September 2004

Linz (OTS) - =

Kann für eine Partei wie die SPÖ ihr eigenes >=Wirtschaftsprogramm" derart nebensächlich sein, dass der Parteivorsitzende nicht genau weiß, welche Schwerpunkte damit gesetzt werden? Oder anders gefragt: Kann es in einer Partei wie der SPÖ wirklich sein, dass die Position des Parteichefs schon derart unterminiert ist, dass grundlegende Zukunftskonzepte einfach an ihm vorbei den Weg in die Öffentlichkeit finden? Die Antwort wird wohl in beiden Fällen >=Nein" lauten und folglich Gusenbauers öffentliche Notbremse in ihrem inhaltlichen Gewicht mehr oder weniger relativiert werden müssen.
Abgesehen von inhaltlichen Fragwürdigkeiten deckt der Wirbel um das Wirtschaftsprogramm erneut massive strategische Unzulänglichkeiten in der SPÖ auf. Diese allein auf Parteichef Gusenbauer zu reduzieren wäre ungerecht. Einmal mehr ist es das gesamte Zusammenspiel zwischen dem Spitzenmann, der Bundesgeschäftsführung mit Norbert Darabos und Doris Bures und dem Klub unter Josef Cap, das offensichtlich nicht funktioniert. Einer Partei, die auszog, wieder Regierungsverantwortung zu übernehmen, entspricht das nicht wirklich.

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