AK OÖ fordert: VA Tech vor feindlicher Übernahme schützen!

Linz (OTS) - Die Übernahme der VA Tech durch Siemens ist nicht vom Tisch, auch wenn der Bundeskanzler das Gegenteil behauptet. "Unsere bisherigen Warnungen wurden nicht ernst genommen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Wir haben die verantwortlichen Politiker gedrängt, stabile Eigentumsverhältnisse bei der VA Tech zu schaffen, die eine feindliche Übernahme verhindern. Das ist nicht geschehen."

Auch Landeshauptmann Pühringer hat ein Eingreifen des Landes nicht für notwendig gehalten, deshalb ist das Land auf die bestehende Gefahr der feindlichen Übernahme nicht vorbereitet.

Die ÖIAG steckt offensichtlich den Kopf in den Sand und merkt bis heute nicht, dass andere im Hintergrund die Übernahme vorbereiten. Mirko Kovats will sich mit Siemens Teile der VA Tech aneignen. Der Konzern würde zerteilt, Linz eine der wichtigsten Unternehmenszentralen verlieren. Für Oberösterreich wäre dies ein enormer Schaden. Es muss mit der Abwanderung von Fertigungen und Managementfunktionen gerechnet werden, Arbeitsplätze gingen verloren.

"Die VA Tech braucht einen stabilen Eigentümer", fordert AK-Präsident Kalliauer. "Die Bundesregierung soll endlich ihre Privatisierungspläne zurücknehmen und dauerhafte Eigentumsverhältnisse ermöglichen, die Schutz vor Übernahmen bieten." Vor allem muss dieÖIAG bei der geplanten Kapitalerhöhung mitziehen und ihren Anteil auf 20 Prozent aufstocken.
Die Mitarbeiter sind bereit, ihren Teil zur Sicherung des Konzerns beizutragen, indem sie eine Mitarbeiterbeteiligung eingehen. Die Landeshauptleute von Oberösterreich, Wien und der Steiermark sollen die Mitarbeiterbeteiligung als zusätzlichen Beitrag zu einer soliden österreichischen Kernaktionärsstruktur zu unterstützen.

Die geplante Kapitalerhöhung wäre auch die Gelegenheit für diese Länder, Anteile aufzukaufen und so zur Bildung eines stabilen Kernaktionärs beizutragen. Die Anteile könnten in weiterer Folge von einer Mitarbeiterstiftung übernommen werden.

Es ist eine Illusion zu glauben, dass bei einer Beteiligung privater Investoren die Zukunft des VA Tech-Konzerns gesichert ist. "Das Unternehmen ist ein Übernahmekandidat, egal wie man es dreht und wendet. Mit dieser Tatsache müssen wir uns auseinander setzen und entsprechend handeln", so Kalliauer. Das heißt: Die öffentliche Hand muss weiterhin über die ÖIAG ihre Kernaktionärsrolle bei der VA Tech wahrnehmen.

Die AK fordert die Gründung einer Beteiligungsgesellschaft des Landes. Die Gesellschaft könnte Aktien von erfolgreichen oberösterreichischen Unternehmen erwerben, denen sonst eine unsichere Zukunft droht, wie eben im Falle der VA Tech. Bei einer langfristigen Beteiligung an oberösterreichischen Leitbetrieben kann das Land über die Dividenden sogar gute Renditen erwirtschaften.

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