"Neues Volksblatt" Kommentar: "Grüner Chef" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 2. September 2004

Linz (OTS) - =

Bedächtig, sympathisch, bürgerlich, unaufgeregt -
einmal mehr hat Grünen-Chef Alexander Van der Bellen im ORF-Sommergespräch seine bekannten (Wirkungs)Stärken ausgespielt. Überraschend ins Schwimmen geriet der Wirtschaftsprofessor dagegen bei - durchaus entscheidenden - Detailfragen zu den Pensionen. Was zwei Schlüsse zulässt: Erstens, dass die Harmonisierung eben ausgesprochen kompliziert und nicht so einfach über den Kamm zu scheren ist, wie mancher Populist gerne weismachen würde. Und, zweitens, dass sich so manche Oppositionskritik in Richtung der Regierung als hohle Überschrift erweist, der eben die sachlich-detaillierte Grundlage fehlt.
Es wäre freilich ein Trugschluss anzunehmen, dass solche inhaltlichen Unpässlichkeiten das Eindringen der Grünen - oder, präziser: Van der Bellens - in klassisch bürgerlich-urbane Schichten einbremsen können. Das betrifft vor allem Wien, wo zwischen Grünen und ÖVP bei der nächsten NR-Wahl ein zentral-entscheidendes Match zu erwarten ist. Nach (einmal mehr) Personalquerelen wieder im alten Trott dahinzuckeln, wird für die Stadt-VP dabei zu wenig sein.

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