- 01.09.2004, 15:53:40
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LH Haider zu IT-Lehrgang: Wirtschaftskammer gegen Wirtschaftsminister und Technologiestandort Kärnten
"Kuriose" Argumentation der Kammer, ihre Ablehnung "gefährdet Wirtschaftsstandort"
Klagenfurt (LPD) - Als "verfrühten Faschingsscherz" bezeichnete
Landeshauptmann Jörg Haider heute, Mittwoch, eine ihm vorliegende
schriftliche Erklärung der Wirtschaftskammer, warum sie den IT-
Lehrgang des Berufförderungsinstitutes nicht genehmigt.
Wörtlich heißt es in der Erklärung der Wirtschaftskammer: "Bei der
Sitzung des Beirates am 25.08.2004 hat sich der Vertreter der
Wirtschaftskammer, obwohl eine positive arbeitsmarktpolitische
Stellungnahme des AMS vorliegt, mit dem Argument, die Wirtschaft
braucht Fachleute im Tourismus und nicht in der IT- Branche gegen die
§ 30 Genehmigung ausgesprochen, womit keine positive Stellungnahme
des Beirates an den Herrn Minister möglich ist."
Haider: "Wenn ich aber daran denke, dass wir in Kärnten auf dem
besten Weg zum Technologiestandort Nummer 1 sind und damit Tausende
Arbeitsplätze schaffen, die Wirtschaftskammer diesen Bedarf aber
nicht erkennt, dann bleibt mir das Lachen im Halse stecken."
Als konkretes Beispiel für den Bedarf der Wirtschaft an IT-
Fachkräften nannte Haider den Weltkonzern Infineon mit Sitz in
Villach, dessen Vorstandschef Ploss unlängst sogar einen Mangel an
Fachkräften in diesem Bereich in halb Europa beklagte.
Zur gestrigen Aussendung der Wirtschaftskammer, die sich auf den
zuständigen Minister Bartenstein in dieser Frage beruft, zitierte
Haider aus dem ihm dazu vorliegenden Schreiben des Ministers: "Aus
arbeitsmarktpolitischer Sicht sind Maßnahmenprogramme wie das
innovative Ausbildungsprojekt des BFI Kärnten zur Bewältigung der
schwierigen Situation am österreichischen Lehrstellenmarkt
ausdrücklich zu begrüßen." Und weiter: "Im Sinne dieser neuen
Zielsetzung habe ich das Arbeitsmarktservice Kärnten ersucht, eine
Mitfinanzierung an dem gegenständigen Projekt nach Möglichkeit
anzustreben bzw. die konkreten Förderbedingungen umgehend zu prüfen
und auszuverhandeln."
Somit sei für ihn, Haider, sonnenklar, dass die Fortführung des
IT- Lehrganges auch im Sinne und Interesse des Wirtschaftsministers
liege. Umso kurioser ist für den Landeshauptmann die Argumentation
der Wirtschaftskammer: "Wenn die Wirtschaftskammer in ihrer gestrigen
Aussendung feststellt, "die Entscheidung liege ausschließlich beim
Wirtschaftsministerium" und der Wirtschaftsminister, wie zitiert,
dafür ist, warum gibt es dann keine Zustimmung zum Wunsch ihres
eigenen Ministers?", fragt Haider und ortet bei der Wirtschaftskammer
aus diesem Grund "wirtschaftsstandortgefährdendes Verhalten".
(Schluss)
OTS0179 2004-09-01/15:53
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