"Neues Volksblatt" Kommentar: "Drohung" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 31. August 2004

Linz (OTS) - =

Der SPÖ-Abgeordnete Christoph Matznetter ist in das
Vakuum des innenpolitischen Sommers vorgestoßen. Mit Erfolg, was die mediale Resonanz betrifft, mit zweifelhaften Erfolg, was den Inhalt seines "Gegenmodells zum neoliberalen Wirtschaftskurs von Bundeskanzler und Finanzminister" anbelangt.
Immerhin: Matznetter hat klipp und klar auf den Tisch gelegt, was andere SPÖ-Granden jahrein, jahraus zu beschönigen versuchen. Die Offenheit (oder Kaltblütigkeit?) des SPÖ-Abgeordneten verblüfft geradezu: Keine Steuersenkungen, dafür aber angemessene Beiträge aller zur Erhaltung des Sozialstaates - ist nicht gerade eine Forderung, mit der man sich beliebt macht oder gar Wähler ködert. Es ist eine Binsenweisheit, dass die wirtschaftliche Stärke eines Landes die Grundlage für den Sozialstaat bildet. Geht es der Wirtschaft gut, geht es allen gut. Zu glauben, nur Wirtschaft und Reiche schröpfen zu müssen, um den Sozialstaat ausbauen zu können, ist falsch. Matznetters Rückfall in die altsozialistische Verteilungs-Ideologie kommt einer gefährlichen Drohung gleich. Uns allen gegenüber.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001