NÖGKK-Chef Hutter: "Manche Kassen gleicher als andere?"

"Überschuss" nur dank kräftiger Finanzspritze

St. Pölten (OTS) - Die neueste Gebarungsvorschaurechnung der Krankenkassen zeigt es ganz klar: Bereits im nächsten Jahr schreiben alle Gebietskrankenkassen rote Zahlen. Deutliche Unterschiede in der finanziellen Situation der einzelnen Kassen haben jedoch nichts mit "besseren Strategien" zu tun. Sie resultieren einerseits aus strukturellen Unterschieden; andererseits aber aus äußerst unterschiedlicher finanzieller Unterstützung.

"Eines muss spätestens nach Vorliegen der neuesten Zahlen jedem klar sein: Im Gesundheitswesen ist zu wenig Geld! Entweder muss es zur Steigerung der Einnahmen oder zur Reduktion von Gesundheitsleistungen kommen. Das Geld ist das Kernproblem - aber genau für dieses haben auch die Vorschläge zur Gesundheitsreform keine Lösung", analysiert der Obmann der Nö. Gebietskrankenkasse, KR Gerhard Hutter.

Allerdings könnten die krassen Unterschiede in der Gebarung einzelner Träger den Eindruck erwecken, es läge an unterschiedlichen Strategien der betroffenen Kassen. "Tatsache ist, dass wir den gesetzlichen Auftrag erfüllen", so Hutter, "der Gesetzgeber legt sowohl die Einnahmen wie auch die Leistungen fest." Was sich auf die Gebarung auswirkt, sind strukturelle Unterschiede (z.B. demografische Struktur wie Anteil der jungen Erwerbstätigen oder das Lohnniveau der Versicherten). Zum Ausgleich dieser Strukturunterschiede gäbe es den Ausgleichsfonds der Krankenversicherungsträger, der jedoch nicht über die notwendigen Finanzmittel verfügt. Lässt man diese etwaigen Ausgleichsfondszahlungen bei der Betrachtung beiseite, dann kommt auf jeden Anspruchsberechtigten (Versicherte + Angehörige) in NÖ ein Defizit von 66 Euro, der Österreichschnitt (alle Gebietskrankenkassen) liegt bei 62 Euro.

Was Hutter allerdings bei der Gesamtbetrachtung ärgert: "Bei der finanziellen Umverteilung gibt es offenbar Kassen, die gleicher sind als andere." Wenn die Gebietskrankenkassen für ihre Versicherten den gleichen "Sonderzuschuss" bekommen, wie er jetzt einzig und allein für die Bauernkrankenkasse beschlossen wurde - 20 Mio. Euro pro Jahr - dann wären das umgelegt 67 Mio. Euro für die NÖGKK und für die WGKK sogar 102 Mio. Euro. "Mit so einer Subvention und einem funktionierenden Ausgleichsfonds wären wir alle unsere finanziellen Sorgen los und könnten auch über Überschüsse berichten!" resümiert Hutter.

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