Informations- und Consultingbranche dynamisch unterwegs

Pollirer: "Ertragslage verbessert, aber Kleinbetriebe als Sorgenkinder - ein Drittel der Unternehmen in der Verlustzone" -Jüngste Branchenanalyse der "KMU Forschung Austria" vorgestellt

Wien (PWK569) - "Unsere Betriebe sind dynamisch unterwegs". Eine verbesserte Ertragslage und eine im Durchschnitt zufriedenstellende Finanzierung kennzeichnen die wirtschaftliche Situation der Mitgliedsunternehmen der Bundessparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer Österreich. Diese positive Entwicklung der IC-Branchen darf allerdings nicht über die prekäre Finanzlage kleinerer Betriebe hinwegtäuschen. Mehr als ein Drittel der Betriebe liegt in der Verlustzone, erklärte Bundesspartenobmann Komm.Rat Hans Jürgen Pollirer am Montag in einem Pressegespräch. Kern der Pressekonferenz war die Präsentation einer von der Bundessparte in Auftrag gegebenen Bilanzdatenanalyse für den Sektor Information, Kommunikation und Consulting durch den Direktor der KMU Forschung Austria, Dr. Walter Bornett.

Pollirer zog aus den Ergebnissen der Auswertung von 5.800 Jahreabschlüssen eine insgesamt positive Bilanz, weil die Wirtschaftsdaten den Aufwärtstrend der zuletzt veröffentlichten Marktstudien für den IC-Sektor nachhaltig bestätigten. Die Ertragslage von durchschnittlich drei Prozent sei im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen durchaus zufriedenstellend. Bemerkenswert sei, dass die ertragsstärksten Betriebe - mit einer Rendite von über fünf Prozent - in der Umsatzklasse von zwei bis vier Millionen Euro p.a. liegen.

Die Top-Betriebe der Sparte liegen bei allen Indikatoren über den Sollwerten. Sie haben 23 Prozent ihres Betriebsvermögens mit Eigenkapital finanziert und können das gesamte Fremdkapital in etwa zwei Jahren aus dem cash flow tilgen.

Wie Bornett ausführte, sind hingegen 34,6 Prozent der Unternehmen überschuldet. Mangelndes Eigenkapital stellt vor allem für Kleinstbetriebe ein Problem dar. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Unternehmen mit weniger als 300.000 Euro Jahresumsatz beträgt gerade noch 0,8 Prozent. Nahezu die Hälfte der Betriebe in dieser Größenklasse (46 Prozent) ist ausschließlich fremdfinanziert. "Aus risikopolitischen Überlegungen und im Hinblick auf eine solide Bonitätsbeurteilung sollte die Eigenkapitalquote mindestens zwanzig Prozent betragen. Dieser betriebswirtschaftliche Richtwert wird nur von den Großbetrieben (mit mehr als sieben Millionen Euro Jahresumsatz) annähernd erreicht", hielt Bornett fest:
"Maßnahmen auf über- und innerbetrieblicher Ebene zur Stärkung der Eigenkapitalbasis sind demnach vor allem für kleinere Betriebe weiterhin dringend notwendig".

Die Bundessparte Information und Consulting legt, so Obmann Pollirer, nach wie vor ein rasantes Tempo bei Unternehmensneugründungen vor. Allein im ersten Halbjahr d.J. wurden 4.000 Unternehmen neu gegründet.

Nachhaltige Impulse erwartet Pollirer durch die Breitbandinitiative der Bundesregierung. Der Branchensprecher fordert eine Reduzierung der MWSt für Breitbandprodukte von 20 % auf 10 %. Zur Koordinierung der diversen Initiativen schlägt Pollirer die Bestellung eines Breitbandbeauftragten der Bundesregierung vor.
Als unverändert aktuelle Forderung der Bundessparte drängt Pollirer auf die endgültige Abschaffung der Werbeabgabe: "Im Zuge der Finanzausgleichsverhandlungen muss dieses uralte Steuerrelikt ohne Wenn und Aber endlich beseitigt werden".

Besonders am Herzen liegt Pollirer die Einführung eines Kreativitätsfreibetrages nach Vorbild des Forschungsförderungsfreibetrages. Dies würde wertvolle Investitionsimpulse für den Kreativsektor frei machen. Im Sozialbereich steht die Forderung nach flexibler Gestaltung der Arbeitszeit im Vordergrund. "Dabei geht es keinesfalls um eine Erhöhung der Arbeitszeit, sondern um eine Optimierung der Tages-Normalarbeitszeit entsprechend dem Auftragsvolumen der Firmen. Dies kann am effektivsten auf betrieblicher Ebene ermöglicht werden". Eine weitere Forderung, so Pollirer abschließend, betrifft die Ausdehnung des Durchrechnungszeitraums auf 12 Monate. (hp)

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