• 30.08.2004, 09:30:00
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"Konsument" warnt: Zwei von drei Geschäften verkaufen Alcopops an Kinder

Handel pflegt lockeren Umgang. "Konsument" fordert deutliche Warnhinweise.

Wien (OTS) - Alcopops - bunte Mixgetränke aus Limonade und
Spirituosen trinkfertig in Flaschen - sind derzeit der Renner. Vor
allem bei Jugendlichen sind die trendigen Getränke angesagt - ihre
Gefahr wird meist unterschätzt. Das Jugendschutzgesetz greift nicht -
unter 16-Jährige bekommen die bunten Flaschen ohne Probleme im
Supermarkt ums Eck. Das beweist das Magazin "Konsument" in seiner
aktuellen Ausgabe, das einen 13-jährigen Testkäufer auf einer
Alcopops-Einkaufstour durch Wien begleitete. Ernüchterndes Ergebnis:
In zwei von drei Geschäften erhielt der Schüler problemlos die
Schnaps-Limos.

Bei Jugendlichen rangieren Alcopops auf der Beliebtheitsskala
mittlerweile vor Bier, Wein, Sekt oder Spirituosen. Dahinter
verstecken sich aber keine harmlosen Jugendgetränke, sondern
gefährliche Verführer, die bei jungen Menschen schnell in die Sucht
führen können: Ihr hoher Zuckergehalt überdeckt tückischerweise den
Geschmack des Alkohols und hinter der bunten Aufmachung vermutet wohl
kaum jemand einen doppelten Schnaps.

Das Jugendschutzgesetz soll vor zu frühem Alkoholgenuss schützen
und erlaubt deshalb den Konsum erst ab 16 Jahren. In einigen
Bundesländern gelten darüber hinaus zwischen 16 und 18 strengere
Bestimmungen.

Doch der Handel pflegt einen lockeren Umgang mit den gesetzlichen
Regelungen und ermöglicht Jugendlichen nur allzu leicht den Zugang
zum Alkohol. Das zeigt der "Konsument"-Check: Ein eher schüchtern
wirkender 13-Jähriger war in 15 Wiener Supermärkten und Tankstellen
als Testkäufer unterwegs und erzielte einen beachtlichen "Erfolg":
Zwei Drittel aller Geschäfte verkauften dem Schüler Alcopops - ohne
nach dem Ausweis zu fragen. Dabei sah der junge Tester alles andere
als "erwachsen" aus.

Das Handels-Personal allein in die Pflicht zu nehmen, ist nicht
angebracht. Denn Alcopops sehen tatsächlich aus wie Limonade.
"Konsument" fordert daher - neben schärferen Kontrollen - deutliche
Warnhinweise auf den bunten Flaschen.

Die Schweiz, Frankreich und Deutschland haben auf die Gefahr
dieser Getränke bereits reagiert und die trendigen Schnaps-Limos mit
höheren Steuern belegt, um sie zu verteuern. In Österreich hat man
das Problem zwar erkannt, konkrete Maßnahmen stehen aber noch aus.

Erste Hilfe für Eltern im Umgang mit gefährdeten Kindern bieten
"Konsument" und die Onlineausgabe unter www.konsument.at.

OTS0024    2004-08-30/09:30

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