Kein Abrücken von der Schwerarbeiterregelung

LH Haider und Staatssekretärin Haubner betonten Notwendigkeit einer sozialgerechten Lösung - Mobilität umweltverträglich gestalten - Heimat gegen Globalisierung verteidigen

Klagenfurt (LPD) - Die Pensionsharmonisierung war ein zentrales Thema bei der heutigen Abschlusserklärung von Landeshauptmann Jörg Haider und Staatssekretärin Ursula Haubner anlässlich der Bärentaler Umweltgespräche. Experten haben sich seit Freitag mit dem Themenkomplex "Verkehr und Mobilität" auseinandergesetzt.

Dass jemand mit 45 Arbeitsjahren ohne Abschläge in Pension gehen könne, das sei die richtige Position. Die Fleißigen und Tüchtigen sollten Vorteile haben, beharrte der Landeshauptmann auf dem Leistungsprinzip. Allerdings dürften die vollen 45 Arbeitsjahre nur relativ wenige Menschen erreichen, hier müsse über die Anrechnung von Leistungen zugunsten die Gemeinschaft ebenfalls diskutiert werden.

Haider und Haubner betonten, dass ein Abrücken von einer Schwerarbeiterregelung jedenfalls nicht in Frage komme. Es müssten jene begünstigt werden, die ein Leben lang schwere Arbeit leisten. Die Bundesregierung sollte sich von all jenen Experten verabschieden, die eine Schwerarbeiterregelung ablehnen, empfahl Haider. Einen dreiprozentigen Abschlag halte er nicht für gut, so Haider. "Zwei Prozent sind besser als drei".

Im übrigen zeigten sich Haider und Haubner zuversichtlich, dass die Regierung in weiteren Verhandlungen ein gutes Ergebnis zustande bringen werde, weil es den Willen dazu gebe.

Über das Thema der Neuordnung des Generationenvertrages werde in der Öffentlichkeit zu wenig gesprochen. Es brauche die Solidarität der Generationen, es dürfe auch nicht sein, dass den jungen Menschen zu viel abgefordert werde.

Umfassend solle auch über zivilrechtliche Vereinbarungen diskutiert werden, nicht nur, was die sogenannte Verbindung homosexueller Menschen anlange, forderte der Landeshauptmann. Beispielsweise gebe es Menschen, die andere (mit denen sie nicht verwandt sind) pflegen, ohne dass sie dann eine rechtlich-soziale Absicherung in Anspruch nehmen könnten. Hier sei Handlungsbedarf. Klar sei aber, dass es den Schutz der Familie brauche, sie gebe Halt und sinnerfülltes Leben. Die Menschen sollten füreinander Verantwortung tragen, so Haider.

Staatssekretärin Haubner betonte ebenfalls die Wichtigkeit der Schwerarbeiterregelung. Eine Staffelung, wie sie LH Haider je nach Dauer der Schwerarbeit bewertet sehen möchte, sei eine gute Idee, so Haubner.

Zum Thema "Verkehr und Mobilität" sagte Haubner, es sei ein Gebot der Stunde und eine große Herausforderung, Mobilität umwelt- und sozialverträglich zu gestalten. Der Generalverkehrsplan, hohe Investitionen in die Verkehrssicherheit und in den öffentlichen Verkehr seien richtige Positionen der Regierung, so Haubner.

LH Haider wies auf die zentrale Rolle des Verkehrsgeschehens unter dem Eindruck der EU-Erweiterung und des Näherrückens der Nachbarländer hin. "Wir müssen sicherstellen, dass wir nicht unter die Räder kommen", so Haider. Die Koralmbahn sei ein verkehrspolitischer Markstein. Ohne Bündelung und Kanalisierung des Verkehrs werde es nicht möglich sein, unser ökologisch intaktes Land weiterhin als solches zu erhalten. Kärnten sei ökologisch besonders wertvoll und reich, betonte der Landeshauptmann und wies auf den Wasserreichtum und die Qualität des Kärntner Wassers hin. Die Gefahren seien groß, es gelte auch Heimat zurückzugewinnen, sagte Haider. Die Heimat sei als Kulturland gegen die Zugriffe der Globalisierung zu verteidigen. Kärntens Identität müsse für die Zukunft sichergestellt werden, es sollte heimatbewusst agiert werden, unterstrich Haider. Den Zeitgeist-Rittern müsse eine Abfuhr erteilt werden, nicht jeder Mode sollte nachgelaufen werden.

Die Bärentaler Umweltgespräche, bekannt für sehr wichtige politische Weichenstellungen, klangen mit einer Festmesse, die Pfarrer Florian Frey zelebrierte, und einem Almkirchtag auf der Klagenfurter Hütte aus. Unter den vielen Besuchern sah man auch LHStv. Karl Pfeifenberger, LR Gerhard Dörfler, Präsident Kurt Scheuch, die Abgeordneten Uwe Scheuch, Sigi Dolinschek und Mares Rossmann, Martin Strutz, Albert Gunzer, Stadtrat Scheider, Schwester Johanna und Gabriel Kandut. Gesanglich und musikalisch umrahmt wurde das Fest vom Männerdoppelsextett Klagenfurt und den Jagdhornbläserinnen Rosental unter der Leitung von Claudia Haider. (Schluss)

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