Niederwieser: "Die Bildungsministerin ist keine Zukunftsministerin!"

Pensionspläne sind Anschlag auf Bildungsbereitschaft und lebensbegleitendes Lernen

Wien (SK) SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser kann die ÖVP-interne Diskussion über "45 Jahre ohne Abschläge" nur
mehr "mit einer gewissen Fassungslosigkeit" kommentieren: "Da raffen sich der ÖAAB und die Bildungsministerin zu einer halbwegs erträglichen Haltung gegen die unerhörten Pensionspläne von Schüssel, Haubner und Haupt auf, und dann fällt am nächsten Tag Bildungsministerin Gehrer wieder um. Sie soll sich einmal in Ruhe zusammenrechnen, was 45 Arbeitsjahre für den Bildungswillen der Bevölkerung bedeuten!", so Niederwieser am Sonntag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Der SPÖ-Bildungssprecher rechnet vor: "Jemand wird 65 und hat 45 Arbeitsjahre vorzuweisen. Das heißt, ab dem 20. Lebensjahr muss man UNUNTERBROCHEN gearbeitet haben (Kindererziehung allenfalls ausgenommen). Wer studiert hat jedenfalls Abschläge, wer ein aufwändiges Studium betreibt, das nicht unter sechs Jahren abschließbar ist (z.B. Medizin oder die meisten naturwissenschaftlichen Studien), kriegt noch weniger Pension! Selbst ein Nachkauf von Versicherungszeiten nützt da nichts, denn es gelten auch laut ÖAAB nur die echten Arbeitszeiten!"

Ähnlich verhalte es sich mit der Weiterbildung: Lebensbegleitendes Lernen ist gefragt, die Bildungskarenz soll ausgebaut werden, Phasen der Arbeit werden durch Phasen der Bildung unterbrochen. "All diese Zukunftsideen kann man vergessen, wenn die Pensionsreform so bleibt. Und da gibt es eine Ministerin, die hat extra in den Briefkopf ihres Ministerium den Begriff Zukunftsministerium aufgenommen. Menschen, die sich länger ausbilden oder später weiterbilden, wird aber jede sinnvolle Zukunftsperspektive genommen, denn Frau Gehrer sagt ihnen, dass sie zwar studiert, aber für ihre Pension zu wenig getan haben!"

Niederwieser fordert die Bildungsministerin auf, die Pensionsreform endlich auch unter dem Gesichtspunkt zu sehen, ob dadurch die Bildungsbereitschaft gefördert oder gehemmt wird. An die Durchsetzungskraft des ÖAAB glaubt er übrigens schon längst nicht mehr: "Solange Neugebauer, Amon, Brinek und andere sich nicht trauen, einmal gegen die Regierungslinie zu stimmen, solange werden sie von Schüssel und Bartenstein nicht Ernst genommen. Das gilt übrigens auch für die blauen Salonrevoluzzer", so Niederwieser abschließend. (Schluss)ah

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