"trend": TA-Sundt hätte Gespräche nicht abgebrochen

Für TA-Chef Sundt hätte nichts den Abbruch der Gespräche mit der Swisscom erzwungen. Überraschend: Mit Grasser gab es im Rahmen der Verhandlungen keinen Kontakt.

Wien (OTS) - Für Telekom-Austria-Generaldirektor Heinz Sundt gab
es aus unternehmerischer Sicht keinen Grund, die Gespräche mit der Swisscom abzubrechen. In einem Interview mit dem am Dienstag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend" sagt Sundt wörtlich: "Ich habe nicht abgebrochen, ich hätte nicht abgebrochen, sondern die Gespräche wurden vom Aktionär abgebrochen." Der Deal mit der Swisscom "wäre weiter verhandelbar gewesen. Ich nehme an, dass ein Teil der offenen Punkte mit Sicherheit geklärt worden wäre, vielleicht hätte es Alternativen gegeben zur Erledigung dieser Punkte, jedenfalls hat aus meiner Sicht nichts den Abbruch dieser Gespräche zu diesem Zeitpunkt erzwungen. Die Entscheidung ist extern getroffen worden." Über die Verantwortlichen für das Scheitern des Deals will Sundt nicht spekulieren, allerdings erteilt er Grassers Auffassung, dass vor allem die Schweizer die Fusion verhindert hätten, eine Absage:
"Ich kann auf Distanz von so enormen Widerständen nicht berichten." Zwar gab es die Forderung nach einer tiefer gehenden Due Diligence, "ich glaube aber nicht, das dieser Wunsch völlig unbefriedigbar gewesen wäre." Es wären lediglich spezielle Vereinbarungen mit den Schweizern nötig gewesen. Sundt: "Ob das gelungen wäre oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich glaube, dass hier schon elastische Verhandlungsteile am Werk waren."
Im Rahmen des "trend"-Interviews erklärt Sundt außerdem, dass zwischen ihm und Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Laufe der Verhandlungen praktisch Funkstille geherrscht habe. Sundt: "Die Kommunikation, die ich mit Grasser in den letzten Monaten hatte, war schlicht und einfach auf Null reduziert - was ich sehr bedauere, was aber der Faktenlage entspricht." Und weiter: "Ich glaube, es ist unüblich in so einer Sache keine direkte Kommunikation zu betreiben. Ich halte eine derartige Kommunikation für wesentlich." Und: "Ich würde mich freuen, wenn wir hier zu einer besseren Kommunikation fänden."
Zur Debatte rund um die Neubesetzung des TA-Vorstandsteams erklärt Sundt: "Die losgetretene Vorstandsdiskussion ist kein Beitrag zur Sicherheit, weder aus Sicht der Mitarbeiter, noch aus Sicht der Aktionäre." Sundt wünscht sich, dass diese Diskussion so schnell wie möglich beendet werde: "Man muss den Aktionären klar machen, wer die Personen sind, die am Steuerrad drehen, und ich glaube, dass die, die am Steuerrad gedreht haben in den vergangenen Jahren in die richtige Richtung gedreht haben. Darauf aufbauend sollte die Vorstandsfrage einer umgehenden Beantwortung zugeführt werden. Alles andere würde bedeuten, dass dieses Schiff als steuerlos erkannt wird und das wäre gefährlich bei einem Tanker, wie es die Telekom Austria ist."
Ob er sich wieder bewerben werde, lässt Sundt offen, er bekundet aber indirekt sein Interesse daran und verweist darauf, dass die TA ein Sanierungsfall war und er daran beteiligt war, dass heute die TA auf soliden Beinen stehe: "Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn wir uns in diesem Bewusstsein weiterhin auf die Ziele des Unternehmens konzentrieren könnten." Darüber, ob er auch einen Konsulentenvertrag annehmen würde, will Sundt nicht spekulieren.
Auf die Frage, ob es ihn ärgere, dass das Vertrauen des Finanzministers in ihn trotz guter Bilanzzahlen offensichtlich nicht gegeben ist, erklärt Sundt: "Ich wundere mich."

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